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Zuletzt aktualisiert: 21.07.2007 um 04:09 Uhr

Wetterumschwung beim Wandern

26 Menschen sind heuer bereits in den steirischen Bergen tödlich verunglückt. Hohe Temperaturen, Selbstüberschätzung und die schlechte Ausrüstung sind oft der Grund dafür.

Foto © Gudrun Rodlauer

Kreislaufkollaps auf 2300 Meter Seehöhe und keine Chance mehr, aus eigener Kraft heraus das Tal zu erreichen: Für einen 43-jährigen Meteorologen aus Wien endet eine Bergtour auf den Dachstein vor einigen Tagen am Fuß der Schneebergwand. Von dort musste er mit dem Rettungshubschrauber geborgen werden. Ein Fall, der zeigt, dass selbst Experten die Gefahren einer Bergtour unterschätzen können.

Bereits 26 Todesopfer. "Heuer haben wir bereits 26 Tote am Berg zu beklagen", zitiert Michael Miggitsch, Landesleiterstellvertreter der steirischen Bergrettung aus der Statistik. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr endeten 31 Unfälle am Berg tödlich, im Jahr 2005 gab es 40 Opfer. 1250 Mal musste die Bergrettung im heurigen Jahr schon ausrücken. Und es werden noch einige Einsätze dazukommen. Denn das Kaiserwetter der letzten Wochen lockt derzeit wieder tausende Gipfelstürmer auf die steirischen Berge. Doch wer sich dort oben Abkühlung erwartet, wird enttäuscht. Denn momentan klettern auch auf so manchen Bergspitzen die Temperaturen auf über 24 Grad.

Selbstüberschätzung. "Wir müssen jetzt vor allem Menschen bergen, die erschöpft sind, weil sie die Tour unterschätzt haben oder sich einfach zu spät auf den Weg gemacht haben", erzählt der Bergretter. Daher gilt: Ehrgeiz ist fehl am Platz. "Stattdessen muss die Tour der körperlichen Verfassung angepasst sein", betont Ernst Fetka, Vize-Vorsitzender des steirischen Alpenvereins. Und: Man sollte sich früh auf den Weg machen, den Gipfel noch vor Mittag stürmen, um das Tal dann am frühen Nachmittag wieder zu erreichen. "Mit diesem Zeitplan vermeidet man nicht nur die größte Hitze, sondern umgeht auch die zunehmende Gewittergefahr am Nachmittag", sagt Fetka.

Wetterumschwung. Noch scheint die Sonne, die ersten dunklen Wolken ziehen auf, und noch bevor man diese richtig registriert hat, geht schon ein heftiges Gewitter ab. Der Wetterumschwung, der sich in den Bergen innerhalb kürzteser Zeit ereignet, wird leider zu oft unterschätzt. Miggitsch: "Wer für diese Situation nicht die entsprechende Ausrüstung mit hat, scheitert schnell am Abstieg. So kommt es leider immer wieder zu tödlichen Fehltritten."

ELISABETH PÖTLER, PETRA PRASCSAICS

Fakten

Temperaturen kletterten diese Woche in 2000 Meter Höhe auf 19 Grad, in 1500 Metern auf 24 Grad. Nur wer im obersteirischen Bergland unterwegs ist, sollte immer wieder einen Blick Richtung Himmel werfen. Die Gewittergefahr steigt.

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