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Zuletzt aktualisiert: 14.07.2007 um 05:10 Uhr

Frauenhandel: Keine Hilfe für Opfer

Mehrere hunderte verschleppte Frauen und Kinder kämpfen in Kärnten gegen ihr Schicksal. Sie sind auf sich allein gestellt, denn es gibt immer noch keine Hilfsstelle.

Am Bild werden Pässe von aufgefundenen Frauen von der Polizei durchgecheckt

Foto © APAm Bild werden Pässe von aufgefundenen Frauen von der Polizei durchgecheckt

Sexuelle Ausbeutung und Sklavenarbeit: Menschenhandel ist mittlerweile finanziell so attraktiv wie Drogen- und Waffenhandel. "Die Ausbreitung der modernen Sklaverei hat deshalb ein katastrophales Ausmaß angenommen", sagt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. Auch in Kärnten.

Während EM Vervielfachung. Wobei das Ärgste uns noch bevorsteht: Schon jetzt kämpfen hunderte verschleppte Frauen und auch Kinder bei uns gegen ihr Schicksal. Viele von ihnen werden zur illegalen Prostitution gezwungen. Während der Fußball-EM wird sich diese Zahl aber noch vervielfachen. Sogar eigene Container-Dörfer, in denen Prostituierte ihrem Geschäft nachgehen, sind geplant. "Das alles muss verhindert werden", sagt die Grün-Abgeordnete Barbara Lesjak. Der Handlungsbedarf ist also enorm. Doch wer soll handeln? Wer ist überhaupt für Menschenhandel zuständig? Derzeit sind mehrere Ministerien sozusagen ein bisschen zuständig. Die Folge: Es geht nichts weiter. . .

Keine Förderung. Ein Kärntner Beispiel: Die seit langem versprochene Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel gibt es immer noch nicht. Obwohl sich Experten über die Wichtigkeit einig sind! Eine Kärntnerin hat deshalb im Vorjahr in Eigenregie eine Hilfsstelle auf die Beine gestellt. Anfang des Jahres hat die engagierte Einzelkämpferin beim Land um Unterstützung angesucht, nachdem sie im Vorjahr eine Förderung bekommen hatte. Doch jetzt wurde der Antrag abgelehnt.

"Müssen sofort handeln". "Wir können Eigeninitiativen leider nicht subventionieren", sagt Helga Grafschafter, Frauenbeauftragte des Landes. Da kein Antrag eines Trägervereines vorliegt, gibt es auch kein Geld. "Es wäre ideal, wenn wir die wichtige Hilfsstelle in einer größeren Organisation integrieren könnten", sagt Grafschafter. Doch bislang hat sich noch keine Organisation dafür interessiert. Wie auch immer: "Wir müssen sofort handeln", sagt Lesjak. Sie möchte in der nächsten Landtagssitzung auf das Thema aufmerksam machen.

CLAUDIA BEER-ODEBRECHT

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