"Zahltag" für Elsner: 15.000 Euro wegen übler Nachrede
Wegen eines 2006 erschienenen Zeitungsartikels zog der Ex-Bawag-Chef vor Gericht und bekam Recht.Der Bericht sei "absolut haltlos, erfunden und absolut unrichtig" gewesen.

Foto © APAElsner wurden 15.000 Euro zugesprochen
68 Stunden vor Beginn des Bawag-Prozesses, in dem
Helmut Elsner als Hauptangeklagter dem vorgeworfenen schweren Betrug
und der Untreue begegnen wird müssen, hat der ehemalige
Bawag-Generaldirektor am Freitagnachmittag im Wiener
Straflandesgericht eine Entschädigung von 15.000 Euro zugesprochen
bekommen. Wie Richterin Lucie Heindl-König feststellte, wurde durch
einen am 13. September 2006 im Nachrichtenmagazin "News" erschienenen
Artikel der Tatbestand der üblen Nachrede erfüllt und Elsners Ehre
verletzt.
Elsner gebührt "saftige Entschädigung".
Vor allem im Hinblick auf die eingetretenen Folgen gebühre dem
72-Jährigen dafür eine "saftige Entschädigung", so die Richterin.
Maximal 20.000 Euro hätte sie dem früheren Bawag-Chef zusprechen
können. "News"-Anwalt Gerald Ganzger meldete gegen die Entscheidung
volle Berufung an. Helmut Elsner, der zuvor als Zeuge einvernommen
worden war und dabei einen fitten Eindruck hinterließ, bedankte sich
bei der Richterin, ehe er von nicht weniger als sechs
Justizwachebeamten abgeführt wurde.
"Flotter Bawag-Rentner.
"News" hatte in der Titelgeschichte "Flotter Bawag-Rentner" den
Eindruck erweckt, Elsner halte die Behörden zum Narren. Dieser hatte
eine für Ende August vorgesehene Einvernahme durch die Wiener Justiz
abgesagt, nachdem er am 21. August in seinem Domizil im
südfranzösischen Mougins eine Herzattacke erlitten hatte. "News"
behauptete im inkriminierten Bericht unter anderem, der vorgeblich
Schwerkranke lenke mit 120 Stundenkilometern einen Porsche, spiele
Golf und sei in der Lage, an einem Nachmittag drei Geschäftstermine
zu erledigen.
Haftbefehl gegen Elsner.
Nur wenige Stunden, nachdem dieser Bericht erschienen war, stellte
das Wiener Straflandesgericht einen Haftbefehl gegen den bis zu
diesem Zeitpunkt auf freiem Fuß befindlichen Elsner aus, der am
nächsten Tag von den französischen Behörden vollzogen wurde.
Begründet wurde dieser mit Fluchtgefahr, wobei in dem Dokument auch
auf die "News"-Meldung Bezug genommen wurde.











