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    Zuletzt aktualisiert: 12.07.2007 um 19:04 Uhr

    Mini-Penis in Kinderbuch verhindert Erscheinen in USA

    Ein Kinderbuch der Münchner Illustratorin Rotraut Susanne Berner kommt nicht in den USA heraus, weil darin eine 0,5 Millimeter großer Penis zu sehen ist.

    Dieser 0,5mm-Penis einer Statue empört US-Verlag

    Foto © APADieser 0,5mm-Penis einer Statue empört US-Verlag

    Die "Wimmel-Bücher" der Münchner Illustratorin Rotraut Susanne Berner sind Kindern auf der ganzen Welt bekannt - doch in den USA wird ihr Winter-Band nicht erscheinen. Der Kinderbuchverlag Boyd Mills Press verlangte von der mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Autorin, bei einer nur 7,5 Millimeter großen gemalten nackten Männerstatue den Mini-Penis wegzuretouchieren. "Das ist so absurd, ich habe es nicht geglaubt", sagt die 58-Jährige. Deshalb musste sie auch erst einmal lachen, als die von dem "Stein des Anstoßes" erfuhr. Es handelt sich um ein winziges Detail einer Stadtszene: Im Dachgeschoss eines mehrstöckigen Hauses hatte sie eine Kunstausstellung gezeichnet ­ darunter auch einen gerahmten Frauenakt und den kleinen nackten Mann mit dem angedeuteten "Pimmelchen", wie Berner es bezeichnet.

    Empörung. Ihre Belustigung schlug um in Empörung. Die Münchner Autorin lehnte die Änderungen ab und für den Gerstenberg Verlag in Hildesheim platzte ein lukratives Geschäft. Nur selten schaffen deutsche Kinderbücher den Sprung über den Atlantik auf den attraktiven riesigen Markt. "Ich will nicht für etwas Läppisches zensiert werden", begründet Berner ihre Absage an den US-amerikanischen Kinderbuchverlag Boyds Mills Press. "Mir geht es darum, dass die Grundpfeiler der Meinungsfreiheit gewahrt bleiben." Der US-amerikanische Verlag war bisher für eine Stellungnahme zu dem Fall nicht zu sprechen.

    Peinlich. Besonders sauer ist die Illustratorin, weil der US-Verleger ­"ein sympathischer liberaler Mann" offenbar im vorauseilenden Gehorsam Fundamentalisten gegenüber die Zensur anordnete. "Es war eine rein kommerzielle Entscheidung. Der Mann sagte immer wieder, wie peinlich es ihm ist. Aber er sprach davon, dass es Leute gebe, die Bücher angucken und dann verhindern, dass sie von Buchhandlungen und Bibliotheken bestellt werden."


    Jahreszeiten-Bände

    Bisher wurden allein die vier Jahreszeiten-Bände, mit viel Humor ausgeschmückte Alltagswelten für Kinder ab einem Jahr, rund 250.000 Mal in Deutschland und 130.000 Mal im Ausland verkauft, unter anderem in Japan, Schweden und auf den Färöer-Inseln.

    Foto

    Foto © APA

    Bild vergrößernWeiterer Stein des Anstosses: Eine Aktzeichnung in einer KunstgallerieFoto © APA

    Kein Einzelfall

    Erst im Februar hatten US-Bibliotheken ein preis-gekröntes Kinderbuch aus ihren Regalen verbannt, weil auf der ersten Seite das Wort "scrotum" (Hodensack) vorkam. Zuvor geriet selbst ein Band des weltweiten Bestsellers "Harry Potter" wegen angeblicher Bezüge zum Satanismus unter Beschuss der selbst ernannten Sittenwächter.

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