Klimawandel bringt das Ende der Krawatte
Konzerne und auch Regierungen setzen auf legere Kleidung in Büros und Behörden. Gleichzeitig kommen Klimaanlagen weniger zum Einsatz. Auf diese Art spart man Strom.

Foto © ReutersGibt es bald ein Krawatten-Verbot?
Der Klimawandel hat jetzt auch Auswirkungen auf die Bekleidungsvorschriften im Arbeitsalltag: Der italienische Erdölkonzern Eni hat seinen Angestellten erlaubt, in diesem Sommer im Büro auf Anzug und Krawatte bzw. Kostüm zu verzichten.
Gleichzeitig sollen die Klimaanlagen heruntergefahren werden. Die Genehmigung wurde in dem Konzern nach einem internen Referendum erteilt, bei dem sich die absolute Mehrheit der Angestellten gegen Krawatten am Arbeitsplatz ausgesprochen hat.
Neun Prozent Einsparungen.
Laut Schätzungen von Experten wird die lockere Kleidung Einsparungen bei den Klimaanlagen von neun Prozent ermöglichen, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" gestern. "Eni nimmt die Krawatte ab", lautet der Slogan des italienischen Erdölkonzerns, mit dem das Unternehmen die Italiener auf Änderungen der Gewohnheiten aufmerksam machen will, die zur Reduzierung des Stromverbrauchs beitragen können.
Internationaler Trend.
Italien ist mit dieser textilen Energiespar-Maßnahme kein Vorreiter. Im Gegenteil: Auch der spanische Energiekonzern Acciona hatte kürzlich seine Angestellten aufgerufen, sich bei Hitze lockerer zu kleiden, um die Temperaturen in den Büroräume um zwei Grad erhöhen zu können. Chinas Führung ging dieser Tage beim Energiesparen mit gutem Beispiel voran und legte Anzug und Krawatte ab.
Symbolische Aktionen.
Staatspräsident Hu Jintao hielt eine Rede nur im Hemd und Abgeordnete erschienen vergangene Woche mit hochgekrempelten Ärmeln zur Arbeit. Mit derartigen symbolischen Aktionen der Führung soll die Bevölkerung ermutigt werden, den hohen Energieverbrauch einzudämmen.
Hawaii-Hemden.
Auch der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe und seine Kabinettsmitglieder kamen jüngst demonstrativ in der japanischen Version der Hawaii-Hemden zur Arbeit - den so genannten Kariyushi-Hemden von der Insel Okinawa. "Ich mag keine Krawatten", warb Regierungssprecher Yasuhi Shiozaki für die legere Kleidung.
Der Sommer-Look findet bei den formellen Japanern aber nur zögerlich Nachahmer: Zum Fototermin mit Abe erschienen die Journalisten wie gewohnt in Anzug und Kostüm.
Regierungskampagne.
Erstaunlich, denn Japan hatte schon 2005 auf diese legere Form des Energiesparens gesetzt. Am Ende des Sommers hieß es dann, es sei genug Energie gespart worden, um 240.000 Haushalte einen Monat lang mit Strom zu versorgen. Die Regierungskampagne habe 70 Millionen Kilowattstunden Strom gespart und den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß um 27.000 Tonnen reduziert.
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Vielleicht auch eine Art ein wenig Strom zu sparen?Foto © APA










