Zahl der Pflichtschüler sinkt enorm
Weniger Geburten, weniger Schüler, weniger Klassen: Mit dem neuen Schuljahr gibt es in Kärnten nur noch 40.700 Pflichtschüler, um 10.000 weniger als vor gut zehn Jahren.

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Würde es Noten geben für die Entwicklung der Schülerzahlen an Kärntens Pflichtschulen (Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnische Schule), sie fielen - wegen der sinkenden Geburtenzahlen - miserabel aus. Denn die Kurve zeigt auch mit Blick auf das neue Schuljahr 2007/08 steil nach unten: Mit Herbst wird es laut Berechnungen der Schulabteilung des Landes um 1642 Pflichtschüler weniger geben als im jetzigen auslaufenden Schuljahr (siehe Grafik). An den Volksschulen beträgt das Minus 757, an den Hauptschulen 865. Die Gesamt-Pflichtschülerzahl wird dann 40.740 betragen - um enorme 10.000 Mädchen und Buben weniger als noch im Schuljahr 1995/1996!
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"Abwanderung" an Gymnasien. Zum Tragen kommt auch die verstärkte "Abwanderung" an die Gymnasien. Was von Beatrice Haidl von der Schulabteilung des Landes heuer stark beobachtet wird: "Es wird in der vierten Volksschulklasse plötzlich sehr viele Kinder mit sehr guten Zeugnissen ohne Dreier geben." Der Grund: Nur mit solchen Zeugnissen kann man ohne Aufnahmeprüfung ans Gymnasium. "Ob die Zeugnisnoten den wirklichen Leistungen der Kinder entsprechen, wird sich erst herausstellen", so Haidl mit Blick auf den neuen Modus, der viele Kinder unter enormen Druck stellt. Es soll sogar Drohungen von Eltern in Richtung Lehrer geben, für den Fall einer Drei im Zeugnis.
36 Klassen weniger. Mit Herbst wird es an allen Kärntner Pflichtschulen um 36 Klassen weniger geben - trotz einer Neuregelung: Denn ab September tritt erstmals die Klassenschülerhöchstzahl 25 (statt bisher 31) in Kraft. Das bedeutet Klassenteilungen, also mehr Klassen - doch die sinkenden Schülerzahlen wirken sich stärker aus und bewirken im Endeffekt doch das Minus von 36 Klassen.
Kein neuer Vertrag. Ob Schüler-Minus oder Neuerungen, Auswirkungen hat das natürlich auch auf die Lehrerzahlen und das Budget des Landes. Für cirka 20 Junglehrer, die derzeit noch einen einjährigen befristeten Vertrag haben, wird es mit Herbst keinen neuen Vertrag geben. Im letzten September gingen an die 100 Lehrer leer aus, diesmal werden es wegen der Klassenteilungen weniger sein. "Neuaufnahmen wird es aber keine einzige geben", kann Haidl einmal mehr keine Hoffnung machen. Und das auf zehn Jahre voraus.
Qualitätsoffensive.
"Wir arbeiten nur mit denen, die eh schon in unserem System sind." In diesem System zählen bereits 500 Lehrer (ohne eigene Klasse) zur Reserve. Sie werden laut Schulreferent Scheuch für Qualitätsoffensiven wie Integration, Legasthenietraining, Leseförderung etc. eingesetzt. Wobei das Land zum Erhalt der kleinen Schuleinheiten mehr Lehrer zahlt als der Bund refinanziert. 15 Millionen Euro schießt das Land aus eigener Kasse pro Jahr zu. Wegen der sinkenden Schülerzahlen finanziert der Bund für das neue Schuljahr um 59 Dienstposten weniger. Der Trend wird sich fortsetzen.
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Fakten
Mit dem neuen Schuljahr gibt es für Kärntens Pflichtschulen 4054 vom Bund finanzierte Lehrer-Planstellen.
Das sind wegen der sinkenden Schülerzahlen und trotz Klassenteilungen um 59 weniger als zuletzt.
Erstklassler soll es im neuen Schuljahr 2007/08 (inklusive Vorschüler) 5902 geben. Zuletzt waren es 5963.











