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Zuletzt aktualisiert: 16.06.2007 um 02:12 Uhr

Alarm: Feuerbrand hat jetzt Kärnten erreicht

Kärntner Obstbauern und Hausgartenbesitzer droht Millionenschaden. Agrarreferent stellt 200.000 Euro für Rodungen als Soforthilfe bereit.

Foto © APA

Die schlimmsten Befürchtungen der Experten haben sich bewahrheitet. Nach Osttirol, Vorarlberg und der Steiermark hat die gefürchtete Baumseuche Feuerbrand auch Kärnten erfasst. Donnerstagnachmittag hat die Agentur für Ernährungssicherheit in gut einem Dutzend Orten und Gemeinden Fälle von Feuerbrand einwandfrei festgestellt. 47 Proben sind bereits positiv getestet. In der Obstbauversuchsanstalt in St. Andrä im Lavanttal mussten bereits 30 Bäume gerodet und verbrannt werden.

Handeln. "Wir müssen jetzt handeln. Schnell, besonnen, ohne Panik, aber mit Nachdruck", fordert Agrarlandesrat Josef Martin. Er hat gestern 200.000 Euro als Soforthilfe aus seinem Budget für fachgerechte Rodungen zur Verfügung gestellt. "Weitere Finanzmittel können aus dem Katastrophenfond kommen. Mit rund 25.000 Euro pro Hektar schlägt sich die Vernichtung von befallenen Baum- und Strauchbeständen nieder. Gefordert ist jetzt die Aufmerksamkeit von Obstbauern, Stadtgärtnern und Besitzern privater Hausgärten.

Eindeutige Anzeichen. "Wenn Blätter und Blüten welken, braun oder schwarz werden, ist bereits Alarmstufe eins angesagt", klärt Martinz auf. Hakenförmige Verformung der Triebspitzen gelten ebenso als Feuerbrand-Indikatoren wie Verfärbungen oder klebriger Bakterienschleim auf Trieben und Rinde. Kärntenweit gibt es rund eine Million Obstbäume. 493.000 Apfelbäume bringen jährlich eine Ernte von 20 Millionen Kilo Früchten. 41 Landwirte betreiben auch 102 Hektar Intensivanbau. "Neben dem enormen wirtschaftlichen Schaden geht es auch um die Erhaltung des typischen Landschaftsbildes, welches stark durch die Streuobstbestände geprägt wird", appelliert Martinz an eine aktive Mithilfe aller Mitbürger im Kampf gegen die Seuche.

Seuchenbekämpfung. Voraussetzung für eine nachhaltige Seuchenbekämpfung ist höchste Professionalität. In jedem Fall sollen Experten beigezogen werden. Die Anforderungen reichen von der Desinfektion aller verwendeten Werkzeuge bis hin zu Schutzkleidung. Die Landesregierung hat unter der Tel. Nummer 05053653010 eine Feuerbrand-Hotline eingerichtet.

PETER KIMESWENGER

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