China gegen Klimaziele ohne Rücksicht auf Wachstum

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Zwei Tage vor dem G-8-Gipfel hat die chinesische Regierung die Industriestaaten zum Handeln aufgefordert und das Recht der Schwellenländer auf wirtschaftliche Entwicklung betont. Im am Montag veröffentlichten ersten nationalen Klimaplan lehnt Peking deshalb die Festschreibung internationaler, bindender Emissionsziele ohne Rücksicht auf Wachstumsbestrebungen der Schwellenländer ab.
Ma Kai, Minister der Reform- und Entwicklungskommission erklärte, es sei ein Faktum, dass die Industrieländer in der Vergangenheit bei weitem die meisten Treibhausgase aus fossilen Brennstoffen produziert hätten. Deshalb sei es "unausweichlich", dass diese sich auch um eine Verbesserung der Lage kümmern müssten.
Ma bekräftigte, die Absicht der Volksrepublik, ihren Teil beim Kampf gegen den Klimawandel zu leisten. Pekings Aktionsplan sehe vor, die Emissionen von Hauptverschmutzungsstoffen bis 2010 um zwei Prozent jährlich zu senken.
Laut dem 62-Seiten-Plan sollen weiters die klimaschädlichen Industrieemissionen von Distickstoffmonoxid (Lachgas) 2010 das Niveau von 2005 nicht übersteigen. Das Land will zudem den Ausstoß von CO2 durch den Ausbau von Wasser- und Atomkraft sowie durch effizientere Kohlekraftwerke reduzieren. Der Kohlendioxidausstoß von geschätzten 6,1 Milliarden Tonnen im Jahr 2004 soll so um 950 Millionen Tonnen verringert werden.
Die Klimaschutzinitiative fasst eine Reihe von Umweltschutzmaßnahmen zusammen, die China bereits angekündigt hatte - darunter eine Steigerung der Energieeffizienz um 20 Prozent bis zum Jahr 2010. Auch soll der Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix der Volksrepublik bis dahin von rund sieben auf zehn Prozent steigen.
Chinas rasantes Wirtschaftswachstum hat in den vergangenen Jahren einen massiven Bedarf an Energie und Rohstoffen hervorgerufen. Experten gehen davon aus, dass das Land in wenigen Jahren die USA als größten Verursacher von Treibhausgasen überholen wird.










