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Zuletzt aktualisiert: 30.05.2007 um 13:10 Uhr

Buckelwale legen Schiffsverkehr lahm

Die Buckelwale, die sich in den kalifornischen Sacramento River verirrt haben, nähern sich weiter dem Festland. Nun sollen die Tiere in die Freiheit gelotst werden.

Das Ereignis zieht zahlreiche Schaulustige an

Foto © APDas Ereignis zieht zahlreiche Schaulustige an

"Delta" und "Dawn" sind kurz vor dem Ziel: Nach einer rasanten Spritztour durch den Unterlauf des Sacramento-Flusses waren die beiden verirrten Buckelwale am Dienstagabend (Ortszeit) fast am "Goldenen Tor" zum Pazifik angekommen. Knapp 15 Kilometer trennten sie bei Sonnenuntergang von der Golden-Gate-Brücke und damit von ihrem natürlichen Lebensraum westlich des Wahrzeichens von San Francisco.

Abstecher. Statt mit ihrem beachtlichen Tempo von bis zu zehn Stundenkilometern weiter Kurs aufs offene Meer zu nehmen, machten das Muttertier und ihr Kalb nahe des Luxus-Ortes Tiburon Station, nach einem Abstecher in eine Seitenbucht, wo das berüchtigte St.-Quentin-Gefängnis liegt.

Zone. "Es gibt noch viele Stellen, wo sie Ärger bekommen können, bevor sie endlich unter der Golden-Gate-Brücke rausschwimmen", sagte Rod McInnis, Sprecher der US-Behörde für Klima und Ozeanographie (NOAA) am Dienstag. Die Tiere befinden sich mitten in einer stark frequentierten Schifffahrtszone. Die großen Personenfähren wurden bereits angewiesen, am Mittwochvormittag ihr Tempo zu drosseln. Boote der Küstenwache folgen den Walen seit Tagen, um eine "Sicherheitszone" von knapp 500 Metern um die Tiere herum zu schaffen.

Jubel. "Heute läuft alles wie am Schnürchen", jubelte die Meeresbiologin Frances Gulland am möglicherweise vorletzten Tag der langen und gefährlichen Wal-Odyssee. Nach über zwei Wochen im Süßwasser waren das 40 Tonnen schwere Muttertier und ihr Junges aus dem Sacramento River in die San Pablo Bay, einen Teil der Bucht von San Francisco, eingebogen. Die Boots-Armada blockierte vorsichtshalber zwei andere Flussabzweigungen. Im sicheren Abstand folgten sie dem Duo, um sie im Fall von "Verirrungen" wieder auf den rechten Pfad zu lotsen. Doch "Dawn" und "Delta" gaben selbst den Ton an. Zeitweise schwammen sie so schnell gen Meer, dass die Boote kaum mithalten konnten, berichtete der Radiosender KCBS.

Offene Fragen. "Wir haben viele Theorien, aber was uns fehlt, ist eine wirklich gute Antwort", räumte McInnis ein. Niemand weiß, was die Tiere rund 145 Kilometer Richtung Inland in den Hafen der kalifornischen Hauptstadt Sacramento trieb, was sie plötzlich zur Kehrtwendung bewegte und warum sie nach tagelangen Pausen immer wieder in Schwung kamen, wenn keiner mehr daran glaubte. Fest steht: Alle Versuche, die riesigen Meeressäuger mit lockenden Walgesängen, abschreckenden Killerwal-Lauten, Krach von Metallrohren und mit Wassersalven aus Löschschläuchen anzutreiben, waren kläglich gescheitert.


Fakten

Die Wal-Mutter und ihr Kalb schwammen vor wenigen Tagen im Fluss Sacramento 150 Kilometer weit ins Landesinnere und verloren die Orientierung.

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