Eine Million Österreicher armutsgefährdet
12 Prozent der österreichischen Bevölkerung hat pro Monat weniger als 900 Euro zum Leben zur Verfügung. Staatliche Sozialleistungen verringern die Armut.

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Ohne staatliche Sozialleistungen
läge die Armutsgefährdungsquote in Österreich doppelt so hoch als
derzeit, nämlich bei 24 Prozent. Das geht aus dem kürzlich
veröffentlichten EU-Armutsbericht für das Jahr 2005 hervor. Trotzdem
lässt für den Politologen und Sozialstaatsexperten Emmerich Talos das
österreichische Sozialsystem zu wünschen übrig, das System verringere
lediglich die Armutsgefährdung, verhindere sie aber nicht.
Armutsgefährdet.
Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, gelten 12 Prozent der
österreichischen Bevölkerung (rund eine Mio. Menschen) laut
EU-Definition als "armutsgefährdet", haben also pro Monat weniger als
900 Euro zur Verfügung.
Haushalte mit Kindern.
Besonders auf Sozialleistungen sind Haushalte mit Kindern
angewiesen. Alleinerziehenden-Haushalte (285.000) etwa beziehen 37
Prozent ihres Einkommens aus Sozialleistungen, die
Armutsgefährdungsquote liegt bei dieser Gruppe überproportional hoch
bei 27 Prozent. Einen hohen Anteil am Haushaltseinkommen machen die
Sozialleistungen naturgemäß bei Langzeitarbeitslosen (285.000) mit 54
Prozent und Ausländern aus Nicht-EU- oder EFTA-Ländern (592.000) mit
24 Prozent aus.
Sozialleistungen.
Gäbe es keine Sozialleistungen, so würde die
Armutsgefährdungsquote nicht wie derzeit bei durchschnittlich 12
sondern bei 24 Prozent liegen. Armutslindernde Wirkung zeigen die
Sozialleistungen folglich bei jenen Personengruppen, deren Einkommen
zu einem Gutteil aus Sozialleistungen bestehen. Haushalte mit
Alleinerziehenden oder mindestens drei Kindern wären zu über 50
Prozent armutsgefährdet (mit Sozialleistung: 27 bzw. 21 Prozent).
Signifikant auch die armutsverringernde Wirkung der Sozialleistungen
bei Arbeitslosen und Ausländern. Haushalte mit Langzeitarbeitslosen
etwa wären zu 76 Prozent armutsgefährdet (mit Sozialleistung: 45
Prozent), Ausländer-Haushalte zu 52 Prozent (mit Sozialleistung: 30
Prozent).
Features
Fakten
Sozialleistungen setzen sich zusammen aus Familien-, Arbeitslosen- und Gesundheitsleistungen sowie Sozialhilfe und Wohnbeihilfe. Diese tragen rund 14 Prozent zum Haushaltseinkommen der Österreicher bei











