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Zuletzt aktualisiert: 17.05.2007 um 08:50 Uhr

Eine Million Österreicher armutsgefährdet

12 Prozent der österreichischen Bevölkerung hat pro Monat weniger als 900 Euro zum Leben zur Verfügung. Staatliche Sozialleistungen verringern die Armut.

Foto © AP

Ohne staatliche Sozialleistungen läge die Armutsgefährdungsquote in Österreich doppelt so hoch als derzeit, nämlich bei 24 Prozent. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten EU-Armutsbericht für das Jahr 2005 hervor. Trotzdem lässt für den Politologen und Sozialstaatsexperten Emmerich Talos das österreichische Sozialsystem zu wünschen übrig, das System verringere lediglich die Armutsgefährdung, verhindere sie aber nicht.

Armutsgefährdet. Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, gelten 12 Prozent der österreichischen Bevölkerung (rund eine Mio. Menschen) laut EU-Definition als "armutsgefährdet", haben also pro Monat weniger als 900 Euro zur Verfügung.

Haushalte mit Kindern. Besonders auf Sozialleistungen sind Haushalte mit Kindern angewiesen. Alleinerziehenden-Haushalte (285.000) etwa beziehen 37 Prozent ihres Einkommens aus Sozialleistungen, die Armutsgefährdungsquote liegt bei dieser Gruppe überproportional hoch bei 27 Prozent. Einen hohen Anteil am Haushaltseinkommen machen die Sozialleistungen naturgemäß bei Langzeitarbeitslosen (285.000) mit 54 Prozent und Ausländern aus Nicht-EU- oder EFTA-Ländern (592.000) mit 24 Prozent aus.

Sozialleistungen. Gäbe es keine Sozialleistungen, so würde die Armutsgefährdungsquote nicht wie derzeit bei durchschnittlich 12 sondern bei 24 Prozent liegen. Armutslindernde Wirkung zeigen die Sozialleistungen folglich bei jenen Personengruppen, deren Einkommen zu einem Gutteil aus Sozialleistungen bestehen. Haushalte mit Alleinerziehenden oder mindestens drei Kindern wären zu über 50 Prozent armutsgefährdet (mit Sozialleistung: 27 bzw. 21 Prozent). Signifikant auch die armutsverringernde Wirkung der Sozialleistungen bei Arbeitslosen und Ausländern. Haushalte mit Langzeitarbeitslosen etwa wären zu 76 Prozent armutsgefährdet (mit Sozialleistung: 45 Prozent), Ausländer-Haushalte zu 52 Prozent (mit Sozialleistung: 30 Prozent).


Fakten

Sozialleistungen setzen sich zusammen aus Familien-, Arbeitslosen- und Gesundheitsleistungen sowie Sozialhilfe und Wohnbeihilfe. Diese tragen rund 14 Prozent zum Haushaltseinkommen der Österreicher bei

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