Rätselhaftes Bienen-Sterben in den USA und Europa
In Amerika gibt es Ausfälle von bis zu 70 Prozent, in Teilen Europas liegen die Verluste bei bis zu 50 Prozent. Über die Ursachen wird derzeit noch gerätselt.

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Das rätselhafte Sterben von ganzen Scharen an
Honigbienen versetzt derzeit Imker in den USA, aber auch in
europäischen Ländern in Aufruhr. In amerikanischen Staaten gibt es
teilweise Ausfälle von bis zu 70 Prozent, in Teilen Europas liegen
die Verluste bei bis zu 50 Prozent. Über die Ursachen wird
spekuliert: Verschiedene Faktoren wie Pestizide und der
Varroa-Schädling könnten zusammenspielen und den Tieren zu schaffen
machen, so die Vermutung. Auch über die negative Auswirkungen
gentechnisch veränderter Pflanzen wird diskutiert.
Bt-Toxin.
Das Problem liegt laut Greenpeace im so genannten Bt-Toxin, dass
in den gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten ist. Dieses wirke
nicht nur auf Schädlinge, sondern lösche auch nützliche Insekten aus,
erklärte Gentechniksprecher Steffen Nichtenberger. So würden
Untersuchungen zeigen, dass gentechnisch veränderter Mais zu extrem
hoher Sterblichkeit bei Schmetterlingen führe.
Entwicklung.
20 bis 30 Prozent der Larven einer Falterrasse würden sich laut
Studien nach dem Befliegen der Pflanzen nicht mehr fertig entwickeln,
berichtete Nichtenberger. Welche Auswirkungen gentechnisch veränderte
Pflanzen zusammen mit Schädlingen auf Bienen haben könnten, stehe
noch nicht fest und müsse wissenschaftlich untersucht werden. Ein
gewisser Zusammenhang sei jedoch "schon recht offensichtlich".
Mitverursacher.
Als Mitverursacher wird über gentechnisch veränderte Pflanzen auch
im Zusammenhang mit dem rätselhaften Phänomen "Colony Collapse
Disorder (CCD)" spekuliert. Dabei wirkt sich ein massives Absterben
auf ganze Bienenstöcke oder Kolonien aus. Beobachtet wurde CCD bisher
in 24 US-Bundesstaaten, Polen, Spanien, der Schweiz und Deutschland.
Um sich einen Überblick über das Sterben der Bienenvölker zu
verschaffen, haben die Schweizer Imker laut sda eine interne Umfrage
gestartet. So sollen nicht nur genau Zahlen, sondern auch die
Umstände sowie die betroffenen Rassen ermittelt werden.
Gentechnik.
Dass gentechnisch veränderte Pflanzen sich auf Bienen negativ
auswirken können, ist prinzipiell möglich, bestätigte auch Karl
Crailsheim, Professor am Institut für Zoologie der Uni Graz. Da die
Pflanzen zum Teil gegen Schädlinge wirkende Enzymen enthalten, die
sich auch in geringer Konzentration in Pollen wiederfinden, seien
Effekte denkbar. Es gebe zumindest den Verdacht auf ein chronisches
Einwirken. Möglich wäre dadurch kein sofortiger Tod, jedoch eine
latente Schädigung, wodurch die Bienen auf Krankheiten und Erreger
empfindlicher reagieren.











