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Zuletzt aktualisiert: 26.04.2007 um 22:12 Uhr

Dürre-Alarm in Italien

Die Wasserreserven sind um bis zu 50 Prozent gesunken. Wetterexperten warnen vor einer unvergleichlichen Hitzewelle.

Foto © APA

Das Schreckgespenst der Wasserrationalisierung geht in Italien um. Wegen der seit Monaten anhaltenden Dürre seien die Reserven seit September um bis zu 50 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen Jahrzehnte gesunken, warnen Experte. Besorgniserregend ist vor allem die Lage des Flusses Po, dessen Pegel ein Rekordtief erreicht hat.

Fluss. "Der große Fluss, der einen Raum bewässert, in dem 35 Millionen Menschen leben, stirbt. Noch nie war der Pegel so tief", sagten Umweltaktivisten. Die Fische des 652 Kilometern langen Gewässers, das in der Nähe des Berges Monviso (Piemont) entspringt, sechs norditalienische Regionen überquert und in die Adria mündet, sind durch die Wasserknappheit gefährdet. Karpfen, Schleie und Mollusken drohen auszusterben.

Trockenheit. "Das Wasser zieht sich zurück, Massen von Fischen bleiben auf den Sanddünen liegen. Davon profitieren Möwen und andere Vögel, die im Schlamm Nahrung suchen. So wird aber das Ökosystem des Flusses auf den Kopf gestellt. Die Folgen sind unvorhersehbar", warnte der Ethologe Danilo Mainardi.

Kraftwerke. Mehrere Wasserstromwerke entlang des Po mussten wegen der Dürre die Arbeit aussetzen. Die Folgen für das italienische Stromversorgungssystem könnten katastrophal sein. Der Präsident des italienischen Industriellenverbands, Luca Cordero di Montezemolo, warnte, dass mehrere Unternehmen wegen der Wasserknappheit und der Stromrationalisierung zusperren könnten. "Jeden Sommer wird die Lage kritischer. Man muss konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Gefahr eines Stromausfalls zu vermeiden", warnte Montezemolo.

Notstandsplan. Die italienische Regierung denkt an einen Notstandsplan gegen die seit Monaten andauernde Wasserknappheit. Das Kabinett von Ministerpräsident Romano Prodi will Mittel für die Erneuerung baufälliger Rohrleitungen zur Verfügung stellen, die zu den Versorgungsproblemen der vergangenen Wochen beigetragen haben, berichteten italienische Medien. In Italien geht nach Schätzungen von Experten 40 Prozent des Wassers auf dem Weg in die Haushalte verloren.


Fakten

Inzwischen erlebt Italien einen Frühling mit Sommertemperaturen.

An den Stränden herrscht schon Großbetrieb.

Wetterexperten warnen vor einer Rekordhitze, die im Juni bereits einen Höhepunkt erreichen könnte.

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