Dürre-Alarm in Italien
Die Wasserreserven sind um bis zu 50 Prozent gesunken. Wetterexperten warnen vor einer unvergleichlichen Hitzewelle.

Foto © APA
Das Schreckgespenst der Wasserrationalisierung geht in
Italien um. Wegen der seit Monaten anhaltenden Dürre seien die
Reserven seit September um bis zu 50 Prozent im Vergleich zum
Durchschnitt der vergangenen Jahrzehnte gesunken, warnen Experte.
Besorgniserregend ist vor allem die Lage des Flusses Po, dessen Pegel
ein Rekordtief erreicht hat.
Fluss. "Der große Fluss, der einen Raum bewässert, in dem 35 Millionen
Menschen leben, stirbt. Noch nie war der Pegel so tief", sagten
Umweltaktivisten. Die Fische des 652 Kilometern langen Gewässers, das
in der Nähe des Berges Monviso (Piemont) entspringt, sechs
norditalienische Regionen überquert und in die Adria mündet, sind
durch die Wasserknappheit gefährdet. Karpfen, Schleie und Mollusken
drohen auszusterben.
Trockenheit. "Das Wasser zieht sich zurück, Massen von Fischen bleiben auf den
Sanddünen liegen. Davon profitieren Möwen und andere Vögel, die im
Schlamm Nahrung suchen. So wird aber das Ökosystem des Flusses auf
den Kopf gestellt. Die Folgen sind unvorhersehbar", warnte der
Ethologe Danilo Mainardi.
Kraftwerke. Mehrere Wasserstromwerke entlang des Po mussten wegen der Dürre
die Arbeit aussetzen. Die Folgen für das italienische
Stromversorgungssystem könnten katastrophal sein. Der Präsident des
italienischen Industriellenverbands, Luca Cordero di Montezemolo,
warnte, dass mehrere Unternehmen wegen der Wasserknappheit und der
Stromrationalisierung zusperren könnten. "Jeden Sommer wird die Lage
kritischer. Man muss konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Gefahr
eines Stromausfalls zu vermeiden", warnte Montezemolo.
Notstandsplan. Die italienische Regierung denkt an einen Notstandsplan gegen die
seit Monaten andauernde Wasserknappheit. Das Kabinett von
Ministerpräsident Romano Prodi will Mittel für die Erneuerung
baufälliger Rohrleitungen zur Verfügung stellen, die zu den
Versorgungsproblemen der vergangenen Wochen beigetragen haben,
berichteten italienische Medien. In Italien geht nach Schätzungen von
Experten 40 Prozent des Wassers auf dem Weg in die Haushalte
verloren.
Features
Link-Tipp
Fakten
Inzwischen erlebt Italien einen Frühling mit Sommertemperaturen.
An den Stränden herrscht schon
Großbetrieb.
Wetterexperten warnen vor einer Rekordhitze, die im Juni
bereits einen Höhepunkt erreichen könnte.











