NASA-Amokläufer wollte sich rächen
Bewaffneter in NASA-Gebäude tötete Geisel und sich selbst. Das Motiv dürfte Rache für eine schlechte Leistungsbeurteilung gewesen sein.

Foto © APATatort: NASA-Gebäude in Houston
Der Weltraum-Ingenieur, der im
NASA-Kontrollzentrum in Houston einen Kollegen und dann sich selbst
erschossen hat, fühlte sich offenbar von seinem Opfer schlecht
behandelt. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, hatte der Ingenieur
Bill Phillips vor der Tat eine Leistungsbeurteilung von seinem
späteren Opfer erhalten, die negativ ausgefallen sei. Zunächst habe
Phillips dem Kollegen David Beverly nur Schusswunden zugefügt und
dann den Raum verlassen. Als Beverly versuchte, die Tür zu
verbarrikadieren, um eine Rückkehr des Ingenieurs zu verhindern,
erschoss Phillips den Mann.
Rache. "Der Täter machte Beverly für die schwache Leistungsbeurteilung
verantwortlich", sagte Polizeichef Harold Hurtt. Der Täter hatte sich
die Beurteilung am 18. März ausgedruckt, wie die Polizei bekannt gab.
Noch am selben Tag habe er sich dann die spätere Tatwaffe gekauft. Am
Freitag ging er schnurstracks in das NASA-Kontrollzentrum, die Waffe
trug er offen. Beverly habe zunächst versucht, mit Phillips über die
Beurteilung zu sprechen, dann schoss der Mann aber. Eine weitere, weibliche Geisel wurde
laut Polizei mit Klebeband gefesselt, aber unverletzt gefunden.
Gebäude geräumt. Die Polizei hatte das Gebäude 44 des Johnson Space Center
weitgehend geräumt, nachdem sich der Bewaffnete darin verschanzt
hatte. Die NASA kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. "Der Verdächtige schoss sich einmal in den Kopf", sagte ein
Beamter der Houstoner Polizei. Offenbar sei er auf der Stelle tot
gewesen.
Missionen nicht beeinträchtigt. Die NASA-Missionen
wurden durch das Geiseldrama demnach nicht beeinträchtigt. Im
Building 44, einem der kleineren Gebäude des Space Center, werden
u.a. die Einsätze von Raumfähren überwacht und ausgewertet.













