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Zuletzt aktualisiert: 19.04.2007 um 05:00 Uhr

Aufregung um "Entführung" in Shoppingcity

E-Mail-Hoarx verbreitet sich in der Steiermark: Seit Wochen gibt es das Gerücht von einer Kindesentführung in der SCS Seiserberg. Polizei und Geschäftsleitung dementieren.

Foto © APA

Einkaufsbummel in der Shoppingcity Seiersberg: Eine Mutter betritt mit ihrem Kind ein Geschäft. Einen kurzen Moment schaut sie weg, ihre kleine Tochter ist spurlos verschwunden. Die geschockte Frau schreit. Die Rollläden werden heruntergelassen, der Laden dichtgemacht.

Suche. Angestellte und Kunden beginnen mit der Suche nach dem abgängigen Mädchen - und finden es in einer Umkleidekabine. Daneben sitzt verstört ein zweites Mädchen, kahl geschoren und bereits umgekleidet. Die Kinder seien von Kindesentführern zum "Abtransport" vorbereitet worden, wird weitererzählt - und dass seit Wochen schon.

Kettenbrief. Jetzt ist sogar ein Kettenbrief im Umlauf, der via Mail verbreitet wird. Auch darin ist von Kindesentführung die Rede. In diesem Fall aber wurde das kahl geschorene Mädchen auf der Toilette gefunden, ebenfalls in fremden Kleidern. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass sich kürzlich erst in einem Wiener Einkaufszentrum ein ähnlicher Fall ereignet habe. Dort sei das "entführte" Kind mit rot gefärbten Haaren wieder aufgefunden worden. Schließlich werden die Eltern auch noch aufgefordert, ihre "kleinen Kinder in diversen Einkaufstempeln keine Sekunde aus den Augen zu lassen".

Die Polizei Seiersberg reagierte rasch auf diese "Schreckensmeldungen" und nahm die Ermittlungen auf. Ergebnis: Nichts, was auf eine Entführung oder versuchte Entführung hinweisen würde, wie Erich Santl, der Chef der Polizeiinspektion Seiersberg, versichert. "Das Ganze hat weder Hand noch Fuß, es ist eine Erfindung."

Gerüchte. Das bestätigt auch Centerleiterin Karin Pfeffer. "Schon vor drei Jahren, kurz nach dem wir eröffnet hatten, gab es wilde Gerüchte. Damals ging es um Organhandel. Dann war bei uns Ruhe, dafür waren andere Einkaufszentren betroffen. Seit drei Wochen trifft es wieder uns, sehr massiv. Ich weiß nicht, wer solche Gerüchte in Umlauf bringt."

Warum werden solche Gerüchte überhaupt verbreitet? Will der Urheber damit die Kunden in Angst und Schrecken versetzen? Hat er dabei Spaß? Will er die Geschäfte schädigen? Ist es bloß nur Wichtigtuerei? Weder Polizeichef Santl noch Centerleiterin Pfeffer wissen darauf eine Antwort.

Karin Pfeffer hofft, dass die Gerüchte bald ein Ende nehmen und ersucht die Empfänger, den Kettenbrief an sie weiterzuleiten.

HANS BREITEGGER, MARTIN LINK

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