Ambros "bloßgestellt": Richterin verurteilt Magazin "News"
Der Bericht über eine angebliche Leberkrebserkrankung ist "von A bis Z erlogen", zeigte sich der Sänger vor Gericht empört. Die Richterin sprach ihm 6.000 Euro Entschädigung zu. Urteil nicht rechtskräftig.

Foto © APAWolfgang Ambros vor der Gerichtsverhandlung
Als "von A bis Z erlogen" bezeichnete Wolfgang Ambros am Dienstag im Wiener Straflandesgericht einen Bericht des Nachrichtenmagazins "News" vom 8. März. In dem reißerisch aufgemachten, doppelseitigen Artikel ("Das Krebs-Drama") hatte das Blatt verkündet, der Austropop-Sänger leide an Leberkrebs. "Es stimmt kein Wort, was da drinnen steht", versicherte der 55-jährige Künstler, der gemäß Paragraf 7 Mediengesetz wegen Verletzung seines höchst persönlichen Lebensbereichs eine Entschädigung von 6.000 Euro zugesprochen bekam. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.
"Breittreten" nicht erlaubt.
Richterin Brigitte Zeilinger verwies in ihrer Urteilsbegründung
darauf, Ambros müsse sich - unabhängig von einer allfälligen Diagnose
- eine Berichterstattung über eine Erkrankung keinesfalls gefallen
lassen. Diese berühre sein Privat- und Intimleben, ein öffentliches
"Breittreten" sei daher nicht erlaubt. Den inkriminierten Artikel
wertete die Richterin als "schwere Bloßstellung".
"Im öffentlichen Interesse".
"News" hatte in dem Verfahren den Wahrheitsbeweis angeboten. Der
mit den Recherchen betraute Redakteur könne - so zumindest die
Behauptung - bezeugen, über Tatsachen berichtet zu haben. Außerdem
sei der Artikel "im öffentlichen Interesse geschrieben worden", wie
die Rechtsvertreterin des Magazins zu Protokoll gab.
Fakten
Sollte es bei der Verurteilung bleiben - "News" erbat sich vorerst Bedenkzeit -, will der Sänger die Entschädigung einem Hilfsprojekt in Afrika zukommen lassen.
Wütender Ambros. Wolfgang Ambros hatte während dieser Ausführungen Mühe, die Contenance zu bewahren. Fall es nötig sei, könne er ärztliche Befunde vorlegen und damit den Artikel widerlegen, stellte er mit Entschiedenheit fest. Seine Mutter sei "fast in Ohnmacht gefallen", als sie von seinem angeblichen Leberzellkarzinom lesen musste: "Sie ist 78 Jahre alt." Er selbst sei "geschockt und sprachlos" gewesen, beschrieb Ambros seine Reaktion nach der Lektüre des inkriminierten Artikels.
Features
Austria 3-Reunion
Wolfgang Ambros, Georg Danzer und Reinhard Frendrich alias A3 feierten am Montagabend bei einem Danzer-Konzert (das erste Konzert nach dessen Krebserkrankung) eine Reunion.














