Jeder zweite Scheidungsvater sieht seine Kinder nicht
Männer mit fehlenden Beziehungen zur eigenen Herkunftsfamilie haben meist auch nur eine lose Bindung zu ihren eigenen Kinder.

Foto © APAScheidung und Unterhaltsstreit: Für alle eine unangenehme Zeit
Nach einer Scheidung hat etwa jeder zweite Vater in
Österreich keinen Kontakt mehr zu seinen Kindern. Typisch für solche
Männer ist, dass sie selbst meist keine Beziehung zum eigenen
Erzeuger und ihren Geschwistern pflegen und ein geringes
Bildungsniveau sowie ein niedriges Einkommen haben. Das geht aus
einer neuen Studie des Österreichischen Instituts für
Familienforschung hervor, über die das ORF-Magazin "Wie bitte?"
heute, Mittwoch, berichtet.
"Raben-Väter". Demzufolge leben "Raben-Väter" mindestens eine Autostunde von der
Ex-Familie entfernt, die Scheidung liegt meist bereits zehn Jahre
zurück. Außerdem neigen Männer, die eine neue Familie gründen, eher
dazu, ihre "alten" Kinder zu vernachlässigen.
Zeit. Wie intensiv sich ein Scheidungs-Vater mit seinem Nachwuchs
auseinander setzt, hängt der Studie zufolge nicht davon ab, wie sehr
er sich vor der Trennung um seine Kinder gekümmert hat: Oft bauen
sogar bis dorthin wenig Engagierte nach der Scheidung eine Beziehung
zu ihren Schützlingen auf - "Weil sie ihre Vaterrolle neu
definieren", erklärte Studienleiterin Mariam Irene Tazi-Preve der
APA. Andererseits könnten Väter, die sehr aktiv waren, den Kontakt
abbrechen, "wenn zum Beispiel der Scheidungsprozess sehr schmerzhaft
ist", berichtete sie. Die gesamte Studie soll als Buch erscheinen und
im Herbst 2007 präsentiert werden, kündigte die Wissenschafterin an?











