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Zuletzt aktualisiert: 15.02.2007 um 01:33 Uhr

Mexikanische Drogenkartelle bekriegen sich bei YouTube

Mitglieder verhöhnen sich gegenseitig per Internetvideo - Gewalt und Beschimpfungen.

Foto © APA

Der Krieg zwischen Drogenkartellen in Mexiko läuft nun auch im Internet-Videoportal YouTube: Mitglieder oder Anhänger der Banden verhöhnen sich auf der populären Seite gegenseitig - mit Beschimpfungen und Gewaltvideos. Ein Film zeigt, wie einem Mann in den Kopf geschossen wird. In einer Fotoserie ist ein Opfer zu sehen, dessen Gesicht bei seiner Hinrichtung völlig zerfetzt wurde - zwei der unzähligen Menschen, die in dem Kampf zwischen dem Golf-Kartell aus dem Nordosten des Landes und Drogenhändlern aus dem im Westen gelegenen Bundesstaat Sinaloa ums Leben kamen. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 2.000 Opfer.

Blutrünstig. Um ihre Gegner einzuschüchtern, stellen die Banden immer blutrünstigere Szenen ins Netz. In einem Video mit dem Titel "Die Berufskiller" krümmt sich ein Mitglied des Golf-Kartells auf dem Boden, nachdem er von Polizisten verprügelt worden war. "Sie werden mich umbringen", sagt er. Wer mit "sie" gemeint sein könnte, das wird unter den Bildern erklärt: Nutzer prahlen damit, wie mächtig Joaquin "El Chapo" Guzman sei - der Chef der mit dem Golf-Kartell konkurrierenden Bande aus Sinaloa.

Zum Mord aufgefordert. Ein anderes YouTube-Mitglied bietet in einer Nachricht rund 4.500 Dollar Belohnung für jeden, der Angehörige einer gegnerischen Bande tötet. Bedingung: Der Täter muss den Mord beweisen "mit einem Foto, Video oder indem er die Leiche liefert". "Die Botschaften erwecken den Eindruck, dass organisierte Kriminelle beteiligt sind", sagt ein Sprecher der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft, Jose Luis Manjarrez. "Wir können nicht ausschließen, aber auch nicht völlig sicher sein, dass das organisierte Verbrechen dies als Kommunikationsweg nutzt." Auf jeden Fall beobachte die Polizei die Seiten.

Offensive. YouTube dagegen beharrt darauf, dass es "keine Videos von gefährlichen oder illegalen Taten zeigt". Die Nutzer könnten Inhalte etwa als ungesetzlich markieren, die das Unternehmen dann lösche, erklärt die Tochter des US-Suchmaschinenbetreibers Google. Mexikos Regierung hat inzwischen eine Militäroffensive gegen die Banden gestartet. Dennoch erschossen Anfang Februar Männer in Uniformen sieben Menschen in Acapulco. Die Täter wurden von zwei Männern begleitet, die die Angriffe filmten. Diese Bilder landeten nicht bei YouTube - zumindest nicht sofort.


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