Mexikanische Drogenkartelle bekriegen sich bei YouTube
Mitglieder verhöhnen sich gegenseitig per Internetvideo - Gewalt und Beschimpfungen.

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Der Krieg zwischen Drogenkartellen in
Mexiko läuft nun auch im Internet-Videoportal YouTube: Mitglieder
oder Anhänger der Banden verhöhnen sich auf der populären Seite
gegenseitig - mit Beschimpfungen und Gewaltvideos.
Ein Film zeigt, wie einem Mann in den Kopf geschossen wird. In
einer Fotoserie ist ein Opfer zu sehen, dessen Gesicht bei seiner
Hinrichtung völlig zerfetzt wurde - zwei der unzähligen Menschen, die
in dem Kampf zwischen dem Golf-Kartell aus dem Nordosten des Landes
und Drogenhändlern aus dem im Westen gelegenen Bundesstaat Sinaloa
ums Leben kamen. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 2.000 Opfer.
Blutrünstig.
Um ihre Gegner einzuschüchtern, stellen die Banden immer
blutrünstigere Szenen ins Netz. In einem Video mit dem Titel "Die
Berufskiller" krümmt sich ein Mitglied des Golf-Kartells auf dem
Boden, nachdem er von Polizisten verprügelt worden war. "Sie werden
mich umbringen", sagt er. Wer mit "sie" gemeint sein könnte, das wird
unter den Bildern erklärt: Nutzer prahlen damit, wie mächtig Joaquin
"El Chapo" Guzman sei - der Chef der mit dem Golf-Kartell
konkurrierenden Bande aus Sinaloa.
Zum Mord aufgefordert.
Ein anderes YouTube-Mitglied bietet in einer Nachricht rund 4.500
Dollar Belohnung für jeden, der Angehörige einer gegnerischen Bande
tötet. Bedingung: Der Täter muss den Mord beweisen "mit einem Foto,
Video oder indem er die Leiche liefert".
"Die Botschaften erwecken den Eindruck, dass organisierte
Kriminelle beteiligt sind", sagt ein Sprecher der mexikanischen
Generalstaatsanwaltschaft, Jose Luis Manjarrez. "Wir können nicht
ausschließen, aber auch nicht völlig sicher sein, dass das
organisierte Verbrechen dies als Kommunikationsweg nutzt." Auf jeden
Fall beobachte die Polizei die Seiten.
Offensive.
YouTube dagegen beharrt darauf, dass es "keine Videos von
gefährlichen oder illegalen Taten zeigt". Die Nutzer könnten Inhalte
etwa als ungesetzlich markieren, die das Unternehmen dann lösche,
erklärt die Tochter des US-Suchmaschinenbetreibers Google.
Mexikos Regierung hat inzwischen eine Militäroffensive gegen die
Banden gestartet. Dennoch erschossen Anfang Februar Männer in
Uniformen sieben Menschen in Acapulco. Die Täter wurden von zwei
Männern begleitet, die die Angriffe filmten. Diese Bilder landeten
nicht bei YouTube - zumindest nicht sofort.










