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    Zuletzt aktualisiert: 05.03.2013 um 21:15 UhrKommentare

    Lust auf Fleisch ist ungebrochen

    Der Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch hat das Konsumverhalten der Österreicher nicht verändert. Gestärkt wird jedoch bei der Kaufentscheidung das Thema Regionalität - denn diese bedeutet für den Konsumenten Glaubwürdigkeit.

    Foto © APA

    Beim BSE-Skandal war es noch die Hälfte der Österreicher gewesen, die angaben, ihr Ernährungsverhalten in Zukunft ändern zu wollen. Jetzt, nach dem Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch in Fleischprodukten, sind es gerade einmal zwölf Prozent, die reagieren wollen. Das ergab eine Studie des market instituts, die von Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovic in Auftrag gegeben worden war.

    "88 Prozent der Befragten kümmert der Skandal hinsichtlich ihrer Ernährung gar nicht", so market-Chef Werner Beutelmeyer. Immerhin 90 Prozent wünschen sich aber eine europaweite Herkunftsbezeichnung auf den Produkten.

    Zwar stünden Qualität und Preis der Waren nun schon in Diskussion, "es gibt aber kaum Spuren im Konsumentenverhalten", so Beutelmeyer. Stattdessen sind 55 Prozent, also mehr als die Hälfte der Konsumenten, immer noch der Ansicht, Lebensmittel seien zu teuer. "Dabei ist ja gerade der aktuelle Skandal ein Beweis für die Billigproduktion. Aber jeder Zweite erwartet Top-Qualität bei niedrigen Preisen", so der Experte. Immerhin 13 Prozent der Befragten sind der Ansicht, Lebensmittel seien in Österreich zu billig.

    Regionalität profitiert

    Allerdings könnte es auch Gewinner nach dem Skandal geben: die regionalen Produzenten. Das Thema werde gestärkt, so die Erkenntnis der Fachleute. 74 Prozent sagten, Regionalität bedeute Glaubwürdigkeit und werde immer wichtiger. Ein Drittel gab an, jetzt schon bewusst regional einzukaufen. Beutelmeyer: "Grundsätzlich ist ein Drittel der Konsumenten schon auf regionale Produkte getrimmt, beim Rest gibt es Potenzial dafür." 90 Prozent sagten, sie hätten eine hohe Bereitschaft, verstärkt Produkte aus ihrer Heimatregion zu kaufen. Der wichtigste Gradmesser für Qualität sei aber, so das Institut, die eigene Erfahrung.

    Eine Abfuhr erhielten Gütesiegel; 48 Prozent meinen, es gebe bereits jetzt zu viele. Das AMA-Gütesiegel hat dafür einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Prinzipiell werden Lebensmittel aus Österreich als sicher eingestuft.


    Dokumente fehlen

    Laut Behördenangaben hatten Frankfurter Würstel einer Linzer Firma, die nach Russland geliefert worden waren, ebenfalls Pferdefleisch enthalten.

    Doch bisher sind laut Gesundheitsministerium noch keine Dokumente nach Österreich übermittelt worden. Eine Überprüfung der Produktproben in Österreich durch die Firma selbst ergab keinen Hinweis auf Pferdefleisch, die behördliche Analyse steht noch aus.

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