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    Zuletzt aktualisiert: 24.02.2013 um 21:35 UhrKommentare

    Das politische Testament Benedikts

    Die Debatte um die Papst-Nachfolge ist längst im Gange. Es werden jetzt schon Seilschaften gebildet. Zusammen mit dem Papst verlieren sämtliche Spitzenbeamte im Vatikan ihre Ämter.

    Emotionaler Abschied

    Foto © APEmotionaler Abschied

    "Danke!!!", hatten Pilger beim letzten Angelus-Gebet von Benedikt XVI. auf ein Transparent geschrieben. 200.000 Gläubige nahmen auf dem Petersplatz in Rom Abschied vom Papst. Am Donnerstag tritt er zurück. Gott habe ihn gerufen, "auf den Berg zu steigen, mich noch mehr dem Gebet und der Meditation zu widmen", sagte der 85-Jährige. Es sind versöhnliche, erklärende Töne, die Benedikt zum Ende anschlägt. In den Tagen zuvor klangen die verklausulierten Worte anders. Am Aschermittwoch sprach er von "Spaltungen, die die Kirche entstellen". So deutlich hat noch kein Papst der Neuzeit die Verhältnisse in der Kurie auf den Punkt gebracht, die immer abenteuerlich waren, aber selten ein solches Maß an Zerrissenheit erreichten. "Die Rechte weiß dort oft nicht, was die Linke macht", behauptet der deutsche Kardinal Walter Kasper.

    Der Rücktritt wird auch die Kurie verändern. Zusammen mit dem Papst verlieren sämtliche Spitzenbeamte im Vatikan ihre Ämter. Benedikt macht "tabula rasa" in der Kurie, Beobachter interpretieren seinen Entschluss als persönliches Opfer zum Wohl der Kirche. Sein Nachfolger wird freie Hand bei der Besetzung vieler Posten haben. Die Prälaten sind daher längst damit beschäftigt, Seilschaften zu knüpfen.

    Bedeutende Symbolik

    In der Öffentlichkeit berufen sich die Kardinäle auf den Heiligen Geist, der das Kollegium leiten werde. "Gott hat bereits entschieden", sagt Kardinal Christoph Schönborn. Ein Monsignore zeichnet ein anderes Bild: Man müsse sich "ein Hauen und Stechen" vorstellen. "Wenn Kardinal Ravasi dem Kardinalstaatssekretär Bertone sein Amt auch in Zukunft garantiert, kann er mit dessen Stimmen rechnen", wird etwa kolportiert. Natürlich muss jedes Wort auf seinen taktischen Gehalt hin abgeklopft werden.

    Von den Hoffnungen Benedikts ist dieses Kalkül Lichtjahre entfernt: Dessen Hoffnung sind die 67 der 116 wahlberechtigten Kardinäle, die er selbst kreiert hat. Sein Einfluss auf das Konklave ist groß. "Benedikt hat den Weg vorgezeichnet", sagt Kardinal José Saraiva Martins aus Portugal. Es heißt, auch mächtige Prälaten wie Gänswein oder der einflussreiche Erzbischof Rino Fisichella sondierten das Feld bei Vieraugengesprächen.

    Auch die Symbolik der letzten Tage ist bedeutend. Nicht alle der 116 Kardinäle kennen sich persönlich, jeder Auftritt ist eine Werbeplattform in eigener Sache. Es zeigt sich, dass nicht nur die Machtgruppen ausschlaggebend sind, sondern das persönliche Profil. So trieb die Dankesrede Tarcisio Bertones am Aschermittwoch vielen Kardinälen die Tränen in die Augen. Solche Momente bringen Konsens und Sympathien. Neben allem Machtgedünkel sind die Wahlgänge im Konklave auch Momente der Besinnung und Spiritualität. Vielleicht erinnern sich die Eminenzen dann doch noch an die Mahnungen des alten Papstes.


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