Jetzt wird auch bei uns das Fleisch geprüft
Nachdem sich der Pferdefleischskandal auf Deutschland ausgeweitet hat, nehmen Experten hierzulande Fertigprodukte unter die Lupe. Kritik an mangelnder Kennzeichnung wächst.

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Der von Irland und Großbritannien ausgehende Skandal um Pferdefleisch in Fertiggerichten rückt Österreich immer näher. Nachdem die deutsche Supermarktkette Real am Mittwoch Pferdefleisch in Tiefkühl-Lasagne entdeckt hatte, meldeten gestern auch Edeka kontaminierte Produkte. Auch in den Bundesländern Brandenburg und Baden Württemberg gab es Verdachtsfälle. In Österreich hat Gesundheitsminister Alois Stöger vorsorglich DNA-Tests bei Fertigprodukten angeordnet.
Die ersten Proben gingen gestern bei der Gesundheitsagentur Ages ein. Mittels Erbgut-Vergleich können die Experten bestimmen, ob sich Pferdefleisch in die Produkte geschummelt hat. Gesammelt werden die Stichproben von den Lebensmittelaufsichtsbehörden der Länder direkt in den Supermärkten.
Die "Pferde-Lasagne" gibt es bei uns nicht
In der Steiermark wurden bereits sechs Proben gezogen, bestätigt Johannes Hödl, Sprecher von Gesundheitslandesrätin Kristina Edliner-Ploder: "Die Tiefkühl-Lasagne, bei der in England Pferde- statt Rindfleisch verarbeitet war, gibt es bei uns ja nicht. Wir haben also möglichst ähnliche Produkte zur Überprüfung herangezogen." Die Analyseergebnisse erwartet man aber nicht vor Mitte nächster Woche, da derzeit die Lebensmittelkontrollen in den Gastro-Zelten der Ski-WM in Schladming vorgehen. Hödl: "Die Labors sind voll ausgelastet. Und wir haben verschiedene Dringlichkeitsstufen." Nachdem es sich beim Pferdefleischskandal ja nur um falsch deklarierte Ware drehe, aber davon keine Gesundheitsgefährdung ausgehe, hätten diese Analysen keine oberste Priorität.
Gerhard Wohlmuth, Handelsobmann in der Wirtschaftskammer, spürt keine Verunsicherung unter Konsumenten und beruhigt: "Unsere Handelsbetriebe haben sich bei den Zulieferern rückversichert. Wir haben kein falsch deklariertes Fleisch in den Regalen." Der Handel unterstütze auch Maßnahmen, die die Nachverfolgbarkeit einzelner Produkte im Lebensmittelbereich noch transparenter mache.
Erst ab 2014 muss in der EU die Fleischherkunft auch in Fertigprodukten gekennzeichnet werden. Aber nur, so der Fleischanteil bei über 50 Prozent liegt. Das ist Präsidenten der Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski zu wenig: "Wir treten für eine lückenlose, verpflichtende Herkunftskennzeichnung ein." Er hofft, dass durch den Skandals auf EU-Ebene noch etwas in Bewegung kommt. Und betont: "Auch bei Fertigprodukten garantiert das AMA-Gütesiegel, das 100 Prozent österreichisches Fleisch verarbeitet ist."











