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Zuletzt aktualisiert: 14.02.2013 um 18:22 UhrKommentare

Brandgefährliches Rätsel im Fall Sandro H.

Hat Rotlicht-Boss Sandro H. einen Auftrag für einen Brandanschlag gegeben? "Nein", sagt er. Der Brandstifter sagt "Ja", hat aber Erinnerungslücken. Der Prozess wurde vertagt.

Der streng bewachte Sandro H. am Donnerstag vor Gericht in Klagenfurt

Foto © KLZ/Helmuth WeichselbraunDer streng bewachte Sandro H. am Donnerstag vor Gericht in Klagenfurt

Der jahrelang meistgesuchte entflohene Häftling Österreichs kaut im Gerichtssaal lässig Kaugummi. Mit einem von der Sonne Paraguays gebräunten Gesicht sonnt sich der bullige Rotlicht-Boss im Scheinwerferlicht der Medien. Selbst als die Staatsanwaltschaft ihre Anklage wegen schweren Betrugs vorträgt, wirkt der 44-jährige Sandro H. nicht wirklich beunruhigt. Immer wieder lächelt er.

Bis zu zehn Jahre Haft drohen ihm, weil er 2006 einem Freund den Auftrag erteilt haben soll, sein Mietshaus anzuzünden. Danach kassierte er von Versicherungen insgesamt 320.000 Euro. "Nein, ich habe keinen Auftrag erteilt", sagt er zu Richter Gerhard Pöllinger. "Ich bin unschuldig." Ein Konkurrent aus der Rotlicht-Szene sei Drahtzieher des Brandanschlages gewesen. Der Richter hackt nach: "Wie kommt ihr Freund dann dazu, zu sagen, dass sie ihm den Auftrag erteilt haben?" Sandro H.: "Er ist eifersüchtig, weil ich immer Geld gehabt habe. Außerdem wollte ich nicht, dass er bei mir als Hausarbeiter arbeitet und wohnt." Sein Verteidiger Alexander Philipp ergänzt: "Durch die Brandstiftung hat es für meinen Mandanten auch keinen Nutzen gegeben. Er wollte ein Laufhaus errichten und war gerade beim Renovieren." Außerdem haben die Versicherungen nicht einmal den ganzen Schaden ersetzt, sagt Philipp.

Dann kommt es zu der mit Spannung erwarteten Aussage des Freundes und Brandstifters. Der einfach gestrickte arbeitslose Bodybuilder verstrickt sich in Widersprüche und hat bei wichtigen Fragen grobe Erinnerungslücken. "Wir haben uns getroffen, er hat mir die Schritte fürs Anzünden erklärt und ich habe es ausgeführt." Nein, er habe nicht nachgefragt. Nein, er habe trotz Schulden keinen Lohn erhalten. Nein, er wisse nicht, warum er es getan hat. Und nein, er kenne das Wort "anstiften" gar nicht.

Staatsanwältin Sandra Agnoli will weitere Zeugen hören. Der Prozess wurde deshalb auf den 12. März vertagt.


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Michaela GrabnerFoto © KK/Polizei

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