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    Zuletzt aktualisiert: 14.02.2013 um 22:25 UhrKommentare

    Arznei-Fleisch in Frankreich ausfindig gemacht

    Das aus Großbritannien exportierte Pferdefleisch, das mit Phenylbutazon versetzt ist, konnte in Frankreich ausfindig gemacht werden. Bisher wurden keine Spuren des Medikaments in den Tiefkühl-Lasagnen gefunden, die europaweit aus den Regalen von Supermärkten genommen wurden.

    Foto © APA

    Das Fleisch der drei geschlachteten Pferde aus Großbritannien, das mit dem teils auch für den Menschen gefährlichen Anti-Schmerzmittel Phenylbutazon belastet ist, ist in Frankreich ausfindig gemacht worden. Das Fleisch werde "vernichtet" werden, sagte Landwirtschaftsminister Stephane Le Foll am Donnerstag in Paris. "Es ist nicht in die Nahrungsmittelkette gelangt", versicherte der Minister weiter.

    "Zweite Affäre"

    Großbritannien hatte am Donnerstagmorgen mitgeteilt, dass Spuren des Medikaments Phenylbutazon in Proben von insgesamt acht in Großbritannien geschlachteten Pferden gefunden worden seien. Drei dieser Tiere seien nach Frankreich geliefert worden. Le Foll hob hervor, dass es sich hier um eine "zweite Affäre" handele, die nichts mit dem europaweiten Skandal um Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten zu tun habe.

    Bisher wurden keine Spuren des Medikaments in den Tiefkühl-Lasagnen gefunden, die europaweit aus den Regalen von Supermärkten genommen wurden. Dabei geht es darum, dass fälschlicherweise Rindfleisch auf den Packungen stand, die Produkte tatsächlich aber einen bis zu hundertprozentigen Pferdefleisch-Anteil beinhalteten.

    Das Medikament Phenylbutazon wird häufig bei Pferden eingesetzt. Tiere, die damit behandelt wurden, dürfen allerdings nicht zu Lebensmitteln verarbeitet werden. Bei Menschen wird die Substanz nach Angaben von Verbraucherschützern vereinzelt im Kampf gegen Rheuma eingesetzt. Nebenwirkungen können demnach - auch bei kurzzeitiger Anwendung - Blutungen in Magen und Darm sein.

    Die Gesundheitsamtschefin für England, Dame Sally Davies, verwies allerdings darauf, dass Phenylbutazon im Fleisch für Menschen ein geringes gesundheitliches Risiko aufweist. Man müsse etwa 600 Hamburger essen, um nur annähernd die Tagesdosis zu erreichen.

    In London kritisierte der Umwelt- und Nahrungsmittelausschuss des Unterhauses die langsame Reaktion der britischen Regierung auf den Fleischskandal. Es entstehe der Eindruck, dass die Öffentlichkeit systematisch und auf eine zynische Art und Weise hinters Licht geführt worden sei, damit sich Lebensmittel-Hersteller bereichern konnten. Der Ausschuss rief Regierung und Lebensmittelaufsicht auf, noch schärfere Lebensmittel-Tests anzuordnen.

    Die Regierung in Paris hat indes die Firma Spanghero in Südwestfrankreich als einen Schuldigen im Pferdefleisch-Skandal ausgemacht: Die Firma habe gewusst, dass sie Pferdefleisch als Rindfleisch verkaufte, teilte der französische Verbraucherminister Benoit Hamon am Donnerstag in Paris mit. Der Firma in Südwestfrankreich wurde mit sofortiger Wirkung die Zulassung zur Fleischverarbeitung entzogen.

    Männer verhaftet

    Im Skandal um falsch deklarierte und mit Pferdefleisch versetzte Rindfleischprodukte sind in Großbritannien zwei Männer festgenommen worden. Sie stünden im Verdacht, Betrug in Zusammenhang mit Lebensmitteln begangen zu haben, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag in Wales. Einer der beiden Verdächtigen sei in Südwest-Wales festgenommen worden, der anderen in der englischen Grafschaft West Yorkshire. Das sind die beiden Standorte, an denen am Dienstag zwei Fleischverarbeitungsbetriebe von der Polizei durchsucht worden waren.

    Pferdefleisch auch in deutschen Produkten

    In Deutschland entdeckte nach Real auch die Supermarktkette Edeka Pferdefleisch in Fertiggerichten, die eigentlich nur Rind enthalten sollten. In dem Tiefkühl-Produkt "Gut & Günstig Lasagne Bolognese" seien bei Analysen in einzelnen Stichproben geringe Mengen Pferdefleisch gefunden worden, sagte ein Edeka-Sprecher am Donnerstag in Hamburg. Der Artikel sei am Dienstag vorsorglich aus dem Verkauf genommen worden, nachdem der Lieferant eine mögliche Beimischung von Pferdefleisch nicht ausschließen konnte. Die beigemischte Menge liege bei einem bis fünf Prozent.

    Eine Tiefkühl-Lasagne mit möglicherweise falsch deklariertem Pferdefleisch wurde in einem Lager in Brandenburg vorsorglich sichergestellt. Die Spur führte nach Nordrhein-Westfalen: Von dort sei das verdächtige Produkt über einen Großhändler nach Brandenburg gelangt. In Niedersachsen wurde ein Kühlhaus geschlossen. Bayern kündigte verschärfte Kontrollen an, hat aber bisher keine Auffälligkeiten entdeckt.

    Nun befürchtet auch der dänische Lebensmittelkonzern Tulip, möglicherweise mit Pferdefleisch angereicherte Tiefkühlgerichte nach Deutschland geliefert zu haben. Tulip habe den Handelskonzern Rewe vor zwei Tagen aufgefordert, zwei Lasagne- und Canneloni-Tiefkühlgerichte wegen des Verdachts aus den Geschäften zu nehmen, die Produkte enthielten Pferdefleisch, sagte ein Sprecher des Konzerns am Donnerstag in Kopenhagen. Tulip kaufe Produkte von der französischen Comigel, die im Zentrum des Pferdefleisch-Skandals in Großbritannien steht. Auf den Produkten stehe nicht der Firmenname Tulip.

    DNA-Tests gegen falsch deklariertes Fleisch

    Die EU-Kommission will mit DNA-Tests wirksamer gegen falsch deklariertes Fleisch vorgehen. Die ersten 2.500 Gentests könnte es den Plänen zufolge im März geben, teilte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg am Mittwochabend nach einem Krisentreffen acht beteiligter Staaten in Brüssel mit. Ergebnisse sollen Borg zufolge Mitte April veröffentlicht werden. Insbesondere Irland und Großbritannien hatten auf gentechnische Untersuchungen gedrungen. Um sicherzustellen, dass Verbraucher mit dem Fleisch keine Pferdemedikamente zu sich nehmen, will die EU-Kommission eine weitere Testreihe zu Phenylbutazon vorschlagen. Es wird auch als Doping-Mittel im Pferdesport verwendet. 1.500 in die EU eingeführte geschlachtete Pferde sollten untersucht werden, zudem 2.500 in Europa geschlachtete Tiere. Die EU-Kommission will den Mitgliedsstaaten bei der Fahndung nach Rückständen freie Hand lassen.


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