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    Zuletzt aktualisiert: 08.02.2013 um 21:48 UhrKommentare

    Pferdefleisch-Skandal erschüttert die Briten

    Pferdefleisch im Rindfleisch: In Großbritannien und Irland wurden neuerlich Produkte aus dem Verkehr gezogen, die gemischtes Fleisch enthielten. Die Behörden sind auch deshalb alarmiert, da im Pferdefleisch das Medikament Phenylbutazon enthalten sein könnte.

    Die Lasagne-Produkte wurden aus dem Handel genommen

    Foto © APDie Lasagne-Produkte wurden aus dem Handel genommen

    Der Skandal um Pferdefleisch in Tiefkühlgerichten weitet sich aus: Nach dem Fund in tiefgefrorener Lasagne in Großbritannien nahm die betroffene Marke Findus am Freitag auch in Frankreich und Schweden Fertiggerichte aus dem Handel. Die britische Lebensmittelaufsicht ordnete Tests aller Fertigmahlzeiten an, die laut Verpackung Rindfleisch enthalten, die deutschen Behörden weiteten ihrerseits die Kontrollen aus.

    Der britischen Behörde für Lebensmittelsicherheit FSA zufolge wiesen Lasagne-Packungen von Findus einen Pferdefleisch-Anteil von bis zu hundert Prozent auf, obwohl auf dem Etikett Rindfleisch angegeben war. Einem Findus-Sprecher zufolge wurden die Produkte vom französischen Hersteller Comigel geliefert und inzwischen aus dem Handel genommen. Comigel teilte am Abend mit, das Pferdefleisch stamme aus Rumänien. Es sei vom fleischverarbeitenden Unternehmen Spanghero mit Sitz in Südwestfrankreich an Comigel geliefert worden.

    Die luxemburgischen Gesundheitsbehörden teilten mit, das aus Frankreich stammende Fleisch sei für Comigel von der Firma Tavola mit Sitz in Luxemburg verarbeitet worden.

    Auch in Frankreich

    In Frankreich rief Findus am Freitag drei Tiefkühlprodukte zurück: Bolognese-Lasagne, Faschiertes-Kartoffelpüree-Auflauf und Moussaka. Von ihnen gehe aber keine Gesundheitsgefahr aus, erklärte das Unternehmen. In Schweden rief Findus nur ein Lasagne-Produkt zurück.

    In Großbritannien, wo der Verzehr von Pferdefleisch im Gegensatz zu anderen Ländern wie Frankreich tabu ist, schlug der Skandal hohe Wellen. Premierminister David Cameron sprach von einem "sehr schockierenden" und "vollständig unannehmbaren" Vorfall.

    Bereits Mitte Jänner hatte der Fund von Pferdefleisch in Tiefkühl-Hamburgern von Supermärkten in Großbritannien und Irland für Verunsicherung bei den Verbrauchern gesorgt. Die FSA forderte alle Händler und Hersteller auf sicherzustellen, dass in ihren Produkten auch das enthalten sei, was auf der Verpackung stehe. Die Behörde schloss zudem rechtliche Schritte gegen Comigel nicht aus.

    Comigel machte seinerseits einen seiner Lieferanten verantwortlich und erklärte, sich rechtliche Schritte gegen diesen vorzubehalten. Comigel zählt auch Deutschland zu seinen wichtigsten Lieferländern. Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministeriums sagte, die Kontrolldichte im größten deutschen Bundesland sei verschärft worden. Bisher sei allerdings "noch nichts aufgefallen."


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