Wenn der Steinbock zum Problem wird
Die extrem starke Vermehrung der Steinböcke im Gebiet der Hohen Wand in Niederösterreich beunruhigt die Behörden. Abschüsse brachten nicht den gewünschten Erfolg.

Foto © Fotolia / Stefan Arendt Steinbock
Im Naturschutzgebiet Hohe Wand im niederösterreichischen Bezirk Wiener Neustadt finden die Steinböcke offenbar eine besonders fruchtbare Gegend zur Vermehrung vor. Und die starke Population führt zu Erosionsschäden sowie zu Schäden an der Flora, die schwer behebbar sind. Mit Abschussquoten in den letzten beiden Jahren konnte man das Problem nicht in den Griff bekommen. Jetzt werden weitere Maßnahmen diskutiert.
Die frei lebenden und ganzjährig geschützten Tiere vermehrten sich in diesem beliebten Ausflugs- und Wandergebiet sehr stark. Deshalb wurden schon im Jahre 2011 auf Anordnung der Behörde drei Steinböcke zum Abschuss freigegeben. Im vergangenen Jahr betraf diese Anordnung sogar zwölf Tiere.
Besonderer Schutz
Mit reinen Abschussquoten könne man das Steinbock-Problem auf der Hohen Wand nicht lösen, erklärt der niederösterreichische Umweltanwalt Harald Rossmann, vielmehr müsse man tiefer greifende Maßnahmen setzen. Was aber nicht ganz einfach ist. Denn die Steinböcke halten sich in einem Natura 2000-Gebiet auf, in dem gefährdete wild lebende Pflanzen und Tierarten und deren Lebensräume unter besonderem Schutz stehen. Eingriffe sind daher nicht ganz einfach und sehr vorsichtig durchzuführen.
Laut Umweltanwalt Rossmann sind Eingriffe aber unbedingt notwendig, um weitere Schäden hintanzuhalten. In den nächsten Wochen werden Gutachter weitere Erhebungen durchführen. Die Ergebnisse der neuen Untersuchungen sowie mögliche Lösungsansätze sollen dann in einer Runde diskutiert werden, der neben Behördenvertretern und Jägerschaft auch Grundeigentümer und Vertreter der Bevölkerung angehören werden.











