Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 01. November 2014 08:44 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Winterreifenpflicht tritt in Kraft 170 kg Heroin bei Moskau beschlagnahmt Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Chronik Nächster Artikel Winterreifenpflicht tritt in Kraft 170 kg Heroin bei Moskau beschlagnahmt
    Zuletzt aktualisiert: 07.01.2013 um 21:00 Uhr

    Österreicher in Äthiopien erschossen

    Beim Überfall auf eine Reisegruppe aus Österreich wurde ein junger Oberösterreicher in Äthiopien erschossen. Seine entsetzten Kameraden flüchteten in eine Höhle. Von Andreas Lieb

    Foto © Google Maps

    Es hätte ein einzigartiger, wunderbarer Abenteuerurlaub werden sollen: Eine Gruppe von Österreichern war nach Äthiopien aufgebrochen, um mit Schlauchbooten den Blauen Nil zu befahren. Doch die Reise fand am Sonntag ein jähes Ende - und einer der Teilnehmer kam dabei ums Leben.

    Die zehn Österreicher, die aus Salzburg und Oberösterreich stammen, waren etwa 570 Kilometer von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt unterwegs gewesen - es war der zweite Tag ihrer für zwei Wochen angesetzten Fahrt. Unter ihnen der erfahrene Salzburger Abenteuerreisende Reinhold Bauböck (er machte unter anderem mit dem höchstgelegenen Baumzipfelweg der Alpen in Saalbach von sich reden), Roman Heller und der 27-jährige Stephan Friedl, beide aus Schalchen (OÖ).

    Ein Teilnehmer der Tour schilderte gestern Abend der APA, was passierte. Die Gruppe hatte sich geteilt, vier Teilnehmer hatten am Samstag ihr Lager am Ufer des Nil aufgeschlagen. "Es kamen einige Einheimische vorbei, sie schauten sich neugierig um." Doch am Sonntagmorgen seien plötzlich etwa acht bis zehn Männer im Camp aufgetaucht: "Ein Mann war skrupellos und brutal. Er stach auf unsere zwei Boote ein. Plötzlich fiel ein gewollter, gezielter Schuss."

    Stephan Friedl sei aus unmittelbarer Nähe am Oberkörper getroffen worden. "Das war ein Durchschuss", so der Augenzeuge. "Als der Schuss gefallen ist, sind wir gerannt und haben uns hinter einem Felsen versteckt. So lange, bis sie unser Gepäck und alles mitgenommen haben, was möglich war. Die Zelte haben sie zerschnitten."

    Flucht in eine Höhle

    "Sie haben uns zu verstehen gegeben, dass wir vom Camp verschwinden sollen. Wir haben uns nicht gewehrt", so der Oberösterreicher. Obwohl sie von den Tätern noch beobachtet wurden, seien sie unter Lebensgefahr zurück zu ihrem angeschossenen Kameraden geschlichen. Doch für den 27-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. In etwa 50 Metern Entfernung versteckten sich die drei Österreicher daraufhin in einer Höhle. Zum Glück hatten sie noch ein Satellitentelefon bei sich, über das sie mit der österreichischen Botschaft Kontakt aufnahmen: "Die haben alles in Bewegung gesetzt, um uns heil hier herauszuholen." Doch das GPS-Gerät habe nicht richtig funktioniert, sie konnten keine genauen Koordinaten durchgeben. Am Sonntag gegen 21 Uhr verließen die drei ihr Versteck und gingen zu Fuß zum Ausgangspunkt der Tour zurück - 13 Stunden lang.

    Von dort wurden sie dann mit einem Hubschrauber nach Bahir Dar gebracht, auch die Leiche ihres Kameraden. Gestern in den Abendstunden trafen die Reisenden in der Hauptstadt Addis Abeba ein, bestätigte auch Martin Weiss, Sprecher des Außenministeriums. Weiss erklärte, dass die Gruppe nun so rasch wie möglich nach Österreich gebracht werden soll.

    Für Teile Äthiopiens gebe es zwar eine Reisewarnung - etwa für die Danakil-Senke, wo erst im Vorjahr ein Österreicher und mehrere weitere Reisende erschossen worden waren - doch entlang des Blauen Nil sei es bisher ruhig gewesen.

    ANDREAS LIEB

    Fakten

    Im Jänner 2012 ist ebenfalls ein Österreicher in Äthiopien getötet worden. Der 56-jährige Hobby-Fotograf hatte eine Tour durch die Danakil-Wüste an der Grenze zu Eritrea gebucht. Seine 22-köpfige Gruppe unternahm eine Wanderung am Vulkan Erta Ale. In der Nacht auf den 17. Jänner gerieten die Abenteuertouristen, die in Zelten oder einfachen Hütten campierten, in ein Feuergefecht zwischen der äthiopischen Armee und Kämpfern der Rebellenorganisation Vereinigte Revolutionär-Demokratische Front von Afar (ARDUF). Die Touristen dürften im Schlaf überrascht worden sein. Neben dem Österreicher wurden noch zwei Deutsche und zwei Ungarn getötet sowie zwei Deutsche entführt.

    Mehr Chronik

    Mehr aus dem Web

      Steiermark > Graz

      Sonnig Nebel
      Graz
      min: 1° | max: 14°
      7-Tagesprognose

      Aktuelle Leser-Fotos

      KLEINE.tv

      Feuer bei Radio France

      Aus einem öffentlich-rechtlichen Gebäudekomplex, das derzeit asbestsanie...Noch nicht bewertet

       

      Fotoserien

      Privates Raumschiff Spaceship Two abgestürzt 

      Privates Raumschiff Spaceship Two abgestürzt

       


      Events & Tickets

      Night of the Jumps Tipp

      Night of the Jumps

      24.01.15 Graz


      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!