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Zuletzt aktualisiert: 06.01.2013 um 15:31 UhrKommentare

"Die Welt soll ihren Namen kennen"

Zum Prozessbeginn gegen die mutmaßlichen Vergewaltiger spricht nun auch der Vater der Inderin erstmals öffentlich. Er will, dass seine Tochter zum Symbol für den Kampf gegen sexuelle Gewalt wird.

Foto © APA

Der Vater des indischen Vergewaltigungsopfers will seine Tochter zum Symbol für den Kampf gegen sexuelle Gewalt machen. "Wir wollen, dass die Welt ihren Namen kennt", sagte er der britischen Zeitung "Sunday People", obwohl die indische Regierung den Medien die Nennung des Namens verboten hat. Seine Tochter habe nichts Falsches getan. Sie sei gestorben, als sie sich selbst verteidigt habe.

"Ich bin stolz auf sie. Die Enthüllung ihres Namens wird anderen Frauen, die solche Angriffe überlebt haben, Mut machen. Meine Tochter wird ihnen Kraft geben." Die Brutalität des Falles sorgte international für Entsetzen und löste in Indien Massenproteste sowie eine Debatte über schärfere Gesetze für Vergewaltiger aus.

Die 23-jährige Physiotherapie-Studentin war Mitte Dezember in einem privaten Kleinbus in der Hauptstadt Neu-Delhi von mehreren Männern vergewaltigt, mit einer Eisenstange misshandelt und aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen worden. Zwei Wochen später erlag sie ihren Verletzungen. Fünf der sechs Beschuldigten sind des Mordes und der Gruppenvergewaltigung angeklagt. Sie sollen am Montag wieder vor Gericht erscheinen.

Keine Gnade für die Täter

Vor Beginn des Mordprozesses gegen die mutmaßlichen Peiniger des indischen Vergewaltigungsopfers hat der Vater der Frau die Hinrichtung aller sechs Beschuldigten gefordert. "Den Tod für alle sechs von ihnen", sagte er der britischen Sonntagszeitung "The Sunday People". "Diese Männer sind Monster. An ihnen sollte ein Exempel statuiert werden."

Drei Tage nach Anklageerhebung sollen die fünf volljährigen Beschuldigten am Montag in Neu Delhi vor Gericht erscheinen. Ihnen droht der Galgen. Beim sechsten Verdächtigen wird geprüft, ob er minderjährig ist.

Schwere Vorwürfe gegen Polizei

Der Begleiter des Vergewaltigungsopfers, der die Tat verletzt überlebte, erhob unterdessen schwere Vorwürfe gegen Passanten und die Polizei in Neu Delhi. Der befreundete Begleiter der 23-Jährigen sagte in seinem ersten Interview, fast eine halbe Stunde lang habe niemand geholfen, nachdem die Täter sie aus einem Bus geworfen hätten. Auch nach dem Eintreffen der Polizei hätten die Beamten wertvolle Zeit verschwendet und zunächst diskutiert, welche Wache zuständig sei. Die Polizei wies Vorwürfe verschleppter Hilfeleistung zurück.


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