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    Zuletzt aktualisiert: 28.12.2012 um 18:58 UhrKommentare

    Erwärmte Erde, erhitzte Gemüter

    Um den Klimawandel wütet eine hitzige Debatte: Findet die Erwärmung denn statt? Die Beweislast der Forschung ist erdrückend, dennoch: Regelmäßig erscheinen leicht verdauliche Bücher, die den Klimawandel bestreiten oder den Klimaschutz als Betrug geißeln.

    Foto © APA

    Tippt man in der Onlinesuchmaschine Google den Begriff "Klimaschwindel" ein, spuckt das Portal mehr als 230.000 Treffer aus. Die Ergebnisliste reiht Homepages, Blogs, Zeitungsartikel und Videobeiträge an einander, einige aus seriösen Nachrichtensendungen. Die meisten transportieren eine zentrale These: Der Klimawandel existiert in Wahrheit nicht.

    Irrtum oder gar Schwindel?

    Was ist dran an den Aussagen der so genannten "Klimaskeptiker", die in der Debatte um die Erderwärmung immer mehr Raum einnehmen? Sitzen wir einem gewaltigen Irrtum oder gar einem Schwindel auf? Nicht nur im Internet, auch in der populärwissenschaftlichen Literatur greift das Thema um sich. In zunehmender Zahl erscheinen leicht verdauliche Bücher, die den Klimawandel bestreiten oder relativieren und den Klimaschutz als Betrugsmasche geißeln.

    Den aufsehenerregendsten Coup landete unlängst der deutsche Energiemanager und frühere Hamburger SPD-Umweltsenator Fritz Vahrenholt. In seinem Buch "Die Kalte Sonne" erläutert er auf 440 Seiten anschaulich, "warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet". Seine These: Nicht das CO² beeinflusse maßgeblich das Weltklima, sondern die Sonnenaktivität. Neu ist dieser Ansatz nicht. Seit Jahren hält er sich in einschlägigen Internet-Foren und Publikationen. Für die deutsche "Bild"-Zeitung war Vahrenholts Buch Anlass, eine Artikelserie zur "CO²-Lüge" zu starten, auch andere Zeitungen und TV-Magazine griffen das Thema auf.

    "So entsteht der Eindruck, als sei die Erderwärmung wissenschaftlich höchst umstritten", sagt der Hamburger Klimaforscher Hans von Storch. "Das stimmt aber nicht. Faktum ist, dass diese Skepsis nur außerhalb des Wissenschaftsbetriebs wächst. Unter den Forschern war die Gewissheit an der Rolle des CO² nie größer". Seit Jahren erhebt von Storch die Meinung der Wissenschaft zum Klimawandel. Während 1996 erst 40 Prozent der Forscher annahmen, dass der Mensch einen signifikanten Anteil zur Erderwärmung beiträgt, liegt die Zustimmung heute bei weit mehr als 90 Prozent. Dass sich das im allgemeinen Meinungsbild nicht widerspiegelt, führen Analysten auf den Einfluss vor allem amerikanischer Industrie- und Energielobbys zurück. In milliardenschweren PR-Strategien säen sie sei Jahren gezielt Zweifel an der Erderwärmung. In die Hände spielen ihnen laut von Storch allzu apokalyptische Szenarien in Medien und aus Wissenschaftskreisen, die so nicht immer haltbar seien.

    Im Internet hat sich die Debatte längst verselbstständigt. Skeptiker liefern sich mit Ökos einen Glaubenskampf, der der Komplexität des Themas nicht ansatzweise gerecht wird. Die Forscher dagegen publizieren in Fachblättern, ihre Ergebnisse durchlaufen langwierige Begutachtungsverfahren, sind für Laien unüberschaubar kompliziert - und damit wenig interessant. "Wir Forscher richten uns nach klaren Spielregeln, die dann aber in der öffentlichen Debatte nicht gelten. Das ist oft ernüchternd", sagt Georg Kaser, Innsbrucker Klimaforscher und Mitautor der jüngsten Berichte des UN-Weltklimarats. "Dabei besteht kaum mehr ein Zweifel, dass das vom Menschen ausgestoßene CO² maßgeblich für die Erwärmung verantwortlich ist".

    Kein rundes Bild

    Die Annahme, dass einzelne populärwissenschaftliche Bücher die jahrzehntelange Grundlagenarbeit Tausender Forscher entkräften, hält Kaser für geradezu abstuß. Zumal die Thesen der meist fachfremden Skeptiker selbst kein rundes Bild ergeben. Für einige ist der steigende CO²-Gehalt nicht Ursache, sondern Folge der Erwärmung, andere bestreiten die Erwärmung überhaupt, während dritte nur ihre Folgen negieren. Übrig bleibt ein Amalgam aus teils widersprüchlichen, teils haarsträubenden Thesen, die "Vielflieger und Geländewagenfahrer mit Begeisterung aufnehmen", wie die Hamburger "Zeit" analysierte.

    In den USA ist es den Leugnern des Klimawandels mit kräftiger Unterstützung der Ölindustrie gelungen, die Debatte völlig zu drehen. Die Mehrheit der Amerikaner glaubt laut Umfragen, dass die Ursache für die Erwärmung ungeklärt sei oder dass sie gar nicht stattfinde. Präsident Obama weicht der Frage tunlichst aus. In Australien haben Skeptiker sogar eine Partei gegründet.

    Zwar sind in Europa die Karten noch anders verteilt. Der Trend treibt den Klimaforschern aber zunehmend Falten auf die Stirn.


    CO² und Co.

    Kohlendioxid (CO²) ist eines von mehreren Treibhausgasen, die die Atmosphäre warmhalten. Das wichtigste ist Wasserdampf, dessen Moleküle jedoch - anders als CO² - immer nur wenige Tage in der Luft bleiben.

    Die Treibhausgasmoleküle lassen die einfallende, kurzwellige Sonnenstrahlung durch, nehmen die von der Erde abgestrahlte Wärmestrahlung aber auf und geben die Energie später wieder ab.

    Je mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen, desto mehr Wärme wird gespeichert.

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