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    Zuletzt aktualisiert: 24.12.2012 um 16:47 UhrKommentare

    Klosterkirche in Amstetten bis auf Weiteres gesperrt

    Die Klosterkirche in Amstetten wird nach dem Brandanschlag am 23. Dezember mindestens ein halbes Jahr lang gesperrt bleiben. Nach dem möglichen Täter wird mittels Phantombild gefahndet. Er soll noch zwei weitere Brandanschläge am selben Tag auf Kirchen in Amstetten verübt haben.

    Der Täter ist auf der Flucht (Phantombild oben)

    Foto © APADer Täter ist auf der Flucht (Phantombild oben)

    Die Klosterkirche in Amstetten bleibt nach dem Brandanschlag vom Sonntag "bis auf Weiteres für alle gottesdienstlichen Handlungen gesperrt". Das haben die Franziskanerinnen auf ihrer Homepage mitgeteilt. Sie dankten gleichzeitig "allen für Ihr Verständnis und für die vielen wohlwollenden anteilnehmenden Anrufe und Gespräche".

    Sie gehe davon aus, dass die Klosterkirche mindestens ein halbes Jahr gesperrt bleiben werde, sagte Generaloberin Franziska Bruckner am Heiligen Abend zur APA. Das gesamte Gotteshaus werde wohl innen renoviert werden müssen. Alle Sonn- und Feiertagsmessen würden bis dahin in der nahen Stadtpfarrkirche St. Stephan gefeiert. Für Gottesdienste an Wochentagen stehe auch der Gebetsraum im Kloster zur Verfügung, so die Generaloberin.

    Schaden in Millionenhöhe

    Nach den Brandanschlägen auf drei Kirchen in Amstetten am Vormittag des 4. Adventsonntags suchte die Polizei am Heiligen Abend weiterhin nach dem Täter. Es gingen Hinweise auf den jungen Mann ein, von dem auch ein Phantombild angefertigt wurde, hieß es seitens des Landeskriminalamtes. Der mutmaßliche Brandstifter war an zwei Tatorten gesehen worden. Der Schaden in der Klosterkirche gehe in die Millionen, sagte Ermittler Erich Rosenbaum zur APA.

    Das Gotteshaus in der Rathausstraße 16 der Mostviertler Bezirksstadt sei zur Hälfte ausgebrannt, so der Kriminalist. Unter anderem sei ein Beichtstuhl aus 1824 kaputt. Auch Kunstgegenstände seien schwerst beschädigt worden.

    Das massive Brandgeschehen war am Sonntag gegen 9.35 Uhr von einer geistlichen Schwester in der zu diesem Zeitpunkt leeren Klosterkirche im Bereich eines Seitenschiffes entdeckt worden. Ein Beichtstuhl und mehrere hölzerne Sitzbankreihen standen in hellen Flammen. Noch während der Löscharbeiten wurde um 10.05 Uhr bekannt, dass in einem Seitenschiff der unweit gelegenen Stadtpfarrkirche St. Stephan in der Kirchengasse 16 versucht worden war, eine Erntedankkrone aus Stroh in Brand zu setzen. Dies gelang jedoch nur teilweise. Die Flammen erloschen aufgrund einer Präparation der Krone von selbst.

    Zwischenzeitlich war außerdem gegen 9.55 Uhr ein Brandanschlag auf eine Ankündigungstafel im Vorraum der Herz-Jesu Kirche in der Preinsbacherstraße 21 zur Anzeige gelangt. Der Versuch, Feuer zu legen, war laut Rosenbaum während einer von etwa 100 Menschen besuchten Messfeier erfolgt. Die Flammen erloschen ebenfalls von selbst. Der Brand im Ausmaß von etwa einem Quadratmeter wurde von einem Kirchgänger bemerkt.

    Sowohl in der Herz Jesu-Kirche als auch in der Stadtpfarrkirche wurde ein Verdächtiger gesehen. Zeugen beschrieben den Mann als 20 bis 25 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß und von sportlicher Statur. Der Verdächtige habe einen betrunkenen Eindruck gemacht. Der mutmaßliche Brandstifter hat dünklere, kurze Haare, bekleidet war u.a. mit einer schwarzen Daunenjacke, sogenannter Skater-Jean und weißen Turnschuhen. Anhand der Angaben wurde ein Phantombild angefertigt. Außerdem sind für zweckdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Brandstifters führen, 5.000 Euro ausgelobt.


    Kirche betroffen

    Betroffen hat die Diözese St. Pölten auf die Brandanschläge auf drei Kirchen in Amstetten reagiert. Gleichzeitig sei man "sehr erleichtert, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind", sagte Sprecher Eduard Habsburg-Lothringen am Sonntag laut "Kathpress". Er betonte, dass es "keine Hinweise für eine politisch motivierte Tat" gäbe. Die Kirche erhoffe sich "rasche Aufklärung über die Hintergründe".

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