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    Zuletzt aktualisiert: 17.12.2012 um 14:24 UhrKommentare

    99,9 Prozent Kracherunfälle durch illegale Böller

    Foto © APA

    99,9 Prozent: Das ist laut Bundeskriminalamt (BK) der Anteil illegaler Böller, wenn es um Unfälle mit Feuerwerkskörpern geht. Rechtzeitig vor dem Jahresende hat das BK vor Käufen von Pyrotechnik-Gegenständen im benachbarten Ausland gewarnt. Die Preise sind zwar günstig, aber die Wirkung der Feuerwerkskörper verheerend. Sie seien nicht sicher, betonten die Experten des Entschärfungsdienstes.

    Die Folgen von Unfällen sind erschreckend: Abgerissene Extremitäten und schwere Verbrennungen sind dabei noch die glimpflicheren Verletzungen auf den Bildern, die das BK vorwies. Daneben waren auch weggesprengte Gesichter und Schädeldecken samt Austritt des Gehirns zu sehen. Neben illegalen Kaufprodukten warnten die Experten auch vor selbst gebauten Sprengsätzen, die ebenfalls jedes Jahr für schwere Unfälle verantwortlich sind, besonders bei experimentierfreudigen Jugendlichen.

    Heuer - von Silvester 2011 bis Ende Oktober 2012 - wurden bereits mehr als sechs Tonnen Pyrotechnika beschlagnahmt, sagte Thomas Csengel vom Entschärfungsdienst. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr ungefähr einer Verdopplung. Mehr als zwei Drittel davon zogen die Behörden in Niederösterreich aus dem Verkehr.

    Dabei haben es Behörden nicht leicht: Einerseits unterliegen Feuerwerkskörper einem Kompetenzgeflecht in Österreich, an dem fünf Ministerien vom Inneren bis zum Verkehr sowie Länderkörperschaften beteiligt sind. Andererseits gibt es zwar eine EU-Richtlinie, die muss aber erst im Juli 2017 von den Mitgliedstaaten voll umgesetzt sein. Bis dahin gelten in manchen Bereichen noch Übergangsbestimmungen.

    So werden mit der Umsetzung der EU-Richtlinie die bisher bekannten Klassifikationen für pyrotechnische Gegenstände umgestellt. Herkömmliche Feuerwerkskörper unterliegen künftig den Kategorien F1 bis F4. Normalverbraucher dürfen nur Pyrotechnika der Klassen F1 und F2 verwenden. In der Kategorie F1 beträgt das Mindestalter zwölf Jahre, die Zündung solcher Gegenstände ist unter Umständen - je nach Gebrauchsanweisung - auch in geschlossenen Räumen möglich. In diese Klasse gehören Wunderkerzen, Tortensprüher, Knallerbsen, Babyraketen und Ähnliches.

    Quelle: APA

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