Erpresser nahm Mutter und Tochter als Geisel
Mehrere Stunden befanden sich in Wien eine 24-jährige Bulgarin und ihre zweijährige Tochter in der Hand eines Gewalttäters. Am Übergabeort konnten Kriminalbeamte der Wiener Polizei den Erpresser überwältigen.

Foto © KanizajSujetbild
Die 24-jährige Bulgarin wollte ihren Bruder in Wien besuchen und suchte nach einer günstigen Fahrgelegenheit. Bekannte gaben ihr einen Tipp. Ein gleichaltriger Landsmann, der in Wien am Brunnenmarkt einen Marktstand betreibt, führe privat Taxifahrten durch. Die beiden kamen ins Geschäft. Für 200 Euro, so der illegale Taxifahrer, würde er sie im Ort Ruse abholen und nach Wien bringen.
Montagnachmittag stieg die junge Frau mit ihrer zweijährigen Tochter in das Auto des Landsmannes. Im Wagen befanden sich noch zwei weitere Fahrgäste. Bezahlt wurde vor Beginn der Fahrt. Dass sich der "Taxler" als Gewalttäter entpuppen würde, ahnte die Bulgarin nicht.
Vor der Passkontrolle an der ungarischen Grenze sammelte der Fahrer von seinen Fahrgästen die Papiere ein, um für eine rasche Zollkontrolle gerüstet zu sein. Doch danach behielt er die Pässe. In Wien gab er zwei Fahrgästen die Dokumente zurück, den Reisepass von Mutter und Tochter behielt er weiterhin. 100 Euro sollte die Frau nun für die Pässe bezahlen.
Lösegeld
Weil sie nicht genügend Geld hatte, vereinbarte er mit ihr für Dienstag 13 Uhr ein Treffen am Yppenplatz in Ottakring. Als die Frau kam, zwang er sie und das Kind in sein Auto zu steigen und brachte sie in seine Wohnung. Dort verlangte er 1000 Euro.
Die Bulgarin nahm mit ihren Verwandten Kontakt auf. Diese sicherten zu, das geforderte Geld zu bezahlen, alarmierten aber umgehend die Polizeiinspektion am Brunnenmarkt. Wenig später war bereits das Landeskriminalamt eingeschaltet. Um Zeit zu gewinnen, wurde die Übergabe für 18.30 Uhr angesetzt.
Tatsächlich erschien der Bulgare mit seinen beiden Geiseln und wollte sie gegen das Lösegeld austauschen. Doch am Übergabeort erwarteten ihn nicht Verwandte der Frau, sondern Kriminalbeamte der Wiener Polizei. Der Bulgare wurde überwältigt und festgenommen.
Das Opfer gab bei der Einvernahme zu Protokoll, während der Geiselhaft vom Täter misshandelt worden zu sein. Immer wieder habe sie der Mann geschlagen. Dem Kind hingegen habe er nichts getan.











