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Zuletzt aktualisiert: 12.10.2012 um 13:09 UhrKommentare

Impfaktion für sozial Schlechtergestellte

Foto © APA

"Gesundheit soll keine soziale Frage sein", sagte am Freitag Sozialminister Hundstorfer bei einer Pressekonferenz in Wien. Nach diesem Motto gibt es ab 18. Oktober Zeit Gratis-Impfungen gegen Influenza und gegen Pneumokokken-Infektionen vor allem für von der Rezeptgebühr befreite Menschen, hieß es bei der Präsentation der Aktion in Wien.

"Menschen, die nicht armutsgefährdet sind, sind nur zu acht Prozent in ihrer Gesundheit beeinträchtigt. Menschen, die armutsgefährdet sind, sind das zu 14 Prozent. An der Armutsgefährdung ist auch der Gesundheitszustand ablesbar", sagte der Sozialminister.

Sozial Benachteiligte haben insbesondere einen schlechteren Zugang zu Präventionsmaßnahmen, dazu gehören auch die Impfungen. An zwei Punkten - der Immunisierung gegen die Influenza und gegen potenziell gefährliche Pneumokokken-Bakterien - soll jetzt die neue Aktion ansetzen. Sozialministerium, der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller und die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) arbeiten dabei zusammen.

Ingrid Reischl, Obfrau der WGKK: "Wir haben 7.000 Impfstoff-Dosen (von den Herstellern, Anm.) für die Influenza und 1.000 gegen die Pneumokokken." Damit kann gratis geimpft werden. Dies erfolgt vor allem über die Einrichtungen der Wiener Gebietskrankenkasse (speziell im Gesundheitszentrum Wien-Mariahilf jeden Montag und Donnerstag von 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr). Es gibt auch eine Kooperation mit Kinderärzten mit Kassenvertrag.

Das Angebot in Sachen Influenza-Impfung gilt für von der Rezeptgebühr Befreite (älter als 50, schwanger, chronisch krank oder Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Bei der Pneumokokken-Impfung muss von der Rezeptgebühr befreit und älter als 50 Jahre sein.

Gesundheitsminister Stöger: "Es geht um Menschen, die es nicht so einfach haben. ? Der Ressortchef betonte, dass erst vor kurzem das Gratis-Kinderimpfprogramm um 50 Prozent erweitert worden sei - um die Pneumokokken- und die Meningokokken-Impfung für Babys und Kleinkinder.

Wiens Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres: "Es gibt einen Zusammenhang zwischen Armut und Krankheit. Gutverdienende finden sich im Gesundheitswesen besser zurecht. ? Speziell beim Impfschutz komme es aber auf eine möglichst große Durchimpfungsrate in der Bevölkerung an. Davon sei man in Österreich teilweise noch weit entfernt.

Quelle: APA

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