Versuchte Kindesentführung: Vater vor Überstellung
Nach dem Fall der versuchten Entführung eines fünfjährigen Mädchens aus Österreich in die USA durch ihren Vater, haben sich am Montag die Hinweise verdichtet, dass es sich dabei um einen Nachahmungsfall handeln könnte.

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Der 60-jährige US-Amerikaner wollte sein Kind mit in seine Heimat nach Florida nehmen, obwohl er noch im Juni im Scheidungsverfahren in Wien mitbeschlossen hatte, dass die Kleine in Österreich bei ihrer Mutter bleiben soll. Anwältin Kristina Venturini-Köck meinte am Montag, dass der Vater vielleicht durch den Fall "Oliver" die Idee zur Kindesentziehung hatte.
Der 60-Jährige, der nach wie vor in München in Haft ist, soll nach Informationen der Anwältin im Laufe der Woche nach Österreich überstellt werden. Hier werde dann eine neuerliche Haftverhandlung stattfinden. Das Mädchen sei nach dem Trubel "wohlauf", wenngleich Kinder oft zeitversetzt auf derartige Zwischenfälle reagierten, so Venturini-Köck.
Zusammen in Florida gelebt
Die Anwältin erklärte, dass Mutter und Vater jahrelang in Florida zusammen gelebt hatten und auch das Mädchen dort 2006 geboren wurde. 2007 habe das Paar geheiratet. Seit November 2011 laufe nun aber das Scheidungsverfahren, die 40-Jährige sei wieder zurück nach Wien gezogen. Im Juni 2012 habe sich das Paar bei den Scheidungsverhandlungen darauf geeinigt, dass die Kleine in Österreich leben soll. Sie wurde in Wien beim Kindergarten und in der Schule angemeldet.
Venturini-Köck meinte, dass noch im Juni eine gute Verhandlungsbasis zwischen Vater und Mutter vorhanden gewesen sei, wenngleich der 60-Jährige im Vorfeld öfter gesagt habe, dass er das Kind zu sich in die USA holen wolle. Möglicherweise hatte der Mann zuletzt den Fall "Oliver" verfolgt und sich zu einer ähnlichen Vorgehensweise entschlossen, mutmaßte die Anwältin. Er soll die Kleine auch schon in einer Schule in Florida eingeschrieben haben.
Die Mutter habe nach wie vor Angst, da sie nicht wüsste, wann der Amerikaner aus der Haft entlassen wird. Unklar sei außerdem, wo er den amerikanischen Pass des Mädchens aufbewahrt, denn damit sei eine Ausreise mit Kind relativ einfach. "Wir hoffen, dass er in der Haft umdenkt", sagte Venturini-Köck.
Der 60-Jährige hatte am Donnerstag seine Tochter vom Bakip Privatkindergarten im obersteirischen Bruck/Mur abgeholt und sich dabei offenbar als Opa der Kleinen ausgegeben. Die Mutter war zuvor mit dem Kind aus Angst vor einer möglichen derartigen Kindesentziehung zu den Großeltern in die Steiermark geflüchtet. Der Vater konnte dank einer raschen Fahndung bei der Rückgabe des Mietwagens gegen 21.30 Uhr am Flughafen in München von deutschen Beamten verhaftet werden. Die Fünfjährige kam wieder zu ihrer Mutter zurück.











