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Zuletzt aktualisiert: 30.09.2012 um 22:29 Uhr

Nur zwei überlebten Horrorcrash

Der Absturz einer Cessna in Tirol kostete fünf Zillertaler und den Piloten aus Salzburg das Leben. Zwei Männer überlebten das Unglück mit Verbrennungen. Die Maschine war plötzlich vom Radar verschwunden, die Ursache ist rätselhaft.

Bergung im unwegsamen Gelände

Foto © APA/DANIEL LIEBL/ZEITUNGSFOTO.ATBergung im unwegsamen Gelände

Der Geruch von verbranntem Kerosin steigt in die Nase, während die nächste Nebelbank den Blick auf die abgefrästen Baumwipfel verdeckt. Ein Metallklumpen liegt drei Meter unterhalb des Forstweges. Eine Rauchschwade steigt daraus auf. Bedrückt blicken die Einsatzkräfte auf die Szenerie. Kurz zuvor hat ein Flugzeug eine Schneise in den Wald geschlagen und ist am Hang zerschellt. Sechs Menschen überleben die Katastrophe nicht. Zwei weitere Insassen (56 und 59 Jahre alt) werden verletzt, einer von ihnen schwer.

Es ist 6.50 Uhr, als die zweimotorige Cessna vom Typ 414 vom Innsbrucker Flughafen startet. Das Wetter habe zu diesem Zeitpunkt einen Sichtflug zugelassen, deshalb sei dem Piloten auch die Startfreigabe erteilt worden, sagt Markus Pohanka von der Austro Control zur "Tiroler Tageszeitung". Der Pilot müsse unter diesen Voraussetzungen jedoch ständigen Sichtkontakt zum Boden haben, also zwingend unter der Wolkendecke fliegen.

Das Ziel der Männer, Unternehmer aus dem Zillertal, war Valencia in Spanien. Nur wenige Minuten später soll der Pilot vom Tower noch einmal per Funk angefragt worden sein, ob die Sichtbedingungen ausreichend seien. Dieser habe dies bestätigt. Es war das letzte Lebenszeichen. "Die Maschine verschwand dann vom Schirm", sagt Pohanka. Die Absturzgründe sind rätselhaft.

Es ist zwölf Minuten nach sieben Uhr, als die Leitstelle Tirol vom Flughafen über eine Maschine außer Kontrolle im Wipptal alarmiert wird. Nur wenig später soll die Absturzmeldung eingehen, im Gemeindegebiet von Ellbögen, in einem Waldstück auf einer Seehöhe von 1612 Metern.

Ein Knall, Feuer

Zu diesem Zeitpunkt sitzt Jäger Hans Heinz Machalitzky auf einem Hochstand. Er nimmt ein "lautes, stotterndes Motorengeräusch" wahr, denkt erst an einen Hubschrauber. Kurze Zeit später hört er einen Knall, sieht Feuer. Machalitzky eilt zur Unfallstelle und alarmiert einen Kollegen.

"Auf dem Weg dahin ist mir ein Verletzter begegnet. Er hatte nur eine Hose an, war völlig verdattert und hatte Verbrennungen am Rücken", sagt der Jäger. Acht Personen seien im Flieger gesessen, erklärt der schwer geschockte Verletzte. Ein weiterer Überlebender liegt im Wald. Schwer verletzt. Er klagt, dass er keine Luft bekomme. Um ihn kümmert sich ein Jagdkollege Machalitzkys.

Das Rote Kreuz löst um 7.24 Uhr "Alarmstufe Rot" aus. Zwanzig Minuten später treffen die Rettungskräfte ein. Ein Hubschraubereinsatz ist unmöglich - zu dicht ist der Nebel. Auch die Feuerwehr eilt zum Unglücksort. Das Flugzeug steht in Brand, wie auch Teile des Waldes. Der Löschangriff startet, auch die Suche nach den Insassen. Der Brand ist rasch unter Kontrolle. Dann folgt die traurige Gewissheit, dass der Absturz sechs Todesopfer gefordert hat. Sie dürften in der Maschine verbrannt sein. Auch der Pilot, ein Salzburger, kommt ums Leben.

Notoperation

Die beiden Überlebenden sind ansprechbar, werden in die Klinik gebracht. Dort wird der Schwerverletzte einer Notoperation unterzogen und in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Er hat schwerste Verbrennungen. Der zweite Überlebende, er soll vor allem Verbrennungen an der Schulter haben, wird in den Aufwachraum gebracht.

Das Landeskriminalamt (LKA) hat die Ermittlungen zur Absturzursache aufgenommen, eine Flugunfallkommission ist involviert. Noch sei die Absturzursache völlig unklar. "Wetter, Pilot, Maschine - all das ist Gegenstand der Ermittlungen", sagt LKA-Chef Walter Pupp. Das Ergebnis werde Tage dauern. Einen Flugschreiber, wie man ihn aus Großflugzeugen kennt, dürfte die Maschine nicht an Bord gehabt haben. Die Maschine sei für acht Personen zugelassen. Notruf habe es vom Piloten jedenfalls keinen gegeben.

Die Unglücksregion ist abgeriegelt, Kriseninterventionsteams kümmern sich um die Angehörigen. Wann das Flugzeugwrack geborgen werden kann, steht noch nicht fest.

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