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    Zuletzt aktualisiert: 28.09.2012 um 21:01 UhrKommentare

    Flicks Rückzug kam per Brief

    Der öffentliche Protest wurde zu stark: Die Verlegung der Wörthersee Süduferstraße in Dellach ist auf Eis gelegt. Die Realisierung zu einem späteren Zeitpunkt ist unwahrscheinlich.

    Foto © Sobe

    Es waren keine Liebesgrüße vom Wörthersee, als Gerhard Dörfler in einer Pressekonferenz gestern mit sorgenvoller Miene einen Brief von Milliardärin Ingrid Flick zu rezitieren begann. Flick teilte dem Landeshauptmann mit, dass die Straßenverlegung in Dellach nur realisiert werden könne, "wenn diese sowohl von den Anrainern als auch von der Kärntner Bevölkerung gewünscht wird". Von einem definitiven Aus ist in dem Schreiben zwar keine Rede, für Dörfler ist damit aber das "Projekt gestorben". Die Kleine Zeitung hatte ja schon am Freitag berichtet, dass die Pläne aufgrund des öffentlichen Drucks auf der Kippe stehen. Insider schätzten die Realisierungschancen auf nur noch 20 Prozent.

    "Man hat diesem Projekt nie eine faire Chance gegeben. Es wurde auf die persönliche und unsachliche Ebene gezogen", beklagt sich Dörfler, der erneut auf die Vorteile verwies. "Über 800 Meter Radweg, wo es bisher keinen gab. 1,5 Millionen Euro Erlös durch den Verkauf der alten Trasse - damit könnten wir weitere zwei Kilometer Radweg bauen." Zudem wären ein öffentlicher Badeplatz und eine Aussichtsplattform entstanden.

    Mehr Privatsphäre für Flick

    5,5 Millionen Euro hätte sich Flick das Projekt kosten lassen. Sie wollte damit laut einer Sprecherin "die durch die Straße getrennten Grundstücke zusammenführen" und so Privatsphäre gewinnen - auf einem Areal, das mehrere Kilometer von ihrer Villa in Auen entfernt liegt und dessen Wert deutlich steigen würde.

    In den vergangenen Wochen wurde der Protest gegen die Pläne jedoch immer stärker - vor allem, weil die Straße um 100 Meter vom See weg in steiles Gelände verlegt werden sollte und Radfahrer dann 6 Prozent Steigung und die Fahrt durch einen 168,5 Meter langen Tunnel auf sich nehmen müssten. "Der See gehört uns allen", gab eine Bürgerinitiative als Credo aus und sammelte über 1000 Unterschriften gegen das Projekt, die dann als Petition im Landtag eingebracht wurden. Nachdem auch Milliardärin Heidi Horten und VW-Chef Ferdinand Piëch die Straßenverlegung öffentlich kritisierten, begann der Rückzug.

    Flick hofft auf Konsens

    Noch lassen sich die Verantwortlichen aber eine Hintertür offen. "Frau Flick ist weiterhin bereit das Projekt weiterzuverfolgen", erklärt Arnold Mettnitzer, Berater der Familie Flick. Zuerst sei es jetzt aber "Zeit für Deeskalation", die Debatte sei bisher "unqualifiziert" geführt worden. Flick sucht nach wie vor Konsens mit den Anrainern, weitere Gespräche sollen geführt werden.

    SPÖ-Chef Peter Kaiser "begrüßt die Einsicht Ingrid Flicks, nicht gegen den Wunsch der Anrainer an der Straßenverlegung in Dellach festzuhalten". Rolf Holub (Grüne) sieht in dem Flick-Rückzug einen "richtigen Schritt" und einen "Sieg der Vernunft". Ein baldiger Radweg-Lückenschluss ist jedenfalls nicht in Sicht.


    Kommentar

    Danilo ReimüllerSchuldig von Danilo Reimüller

    Chronologie

    2006 bis 2010: Flick kauft in Dellach sukzessive Grundstücke zusammen. Flick-Vertreter treten mit der Idee einer Straßenverlegung an das Land heran, die Planung für das Projekt beginnt.

    31. Mai 2012: LH Gerhard Dörfler unterzeichnet Vertrag mit Flick. 10. Juli: Vertrag über Straßenverlegung wird von Landesregierung einstimmig beschlossen.

    12. Juli: Als erstes österreichisches Medium berichtet die Kleine Zeitung im Detail über die Eckpunkte des Projektes: Verlegung der Süduferstraße auf 865 Meter, 168,5 Meter Tunnel, baulich getrennter Radweg, Kauf der alten Trasse durch Flick. Projektkosten: 5,5 Millionen Euro. Anrainer kritisieren fehlende Information.

    31. August: Erste Infoveranstaltung für Anrainer. Anregungen sollen in Detailplanung einfließen.

    11. September: 1300 Unterschriften (darunter von Heidi Horten) gegen das Projekt werden als Petition im Landtag eingebracht.

    23. September: Demonstration gegen die Pläne in Dellach.

    26. September: "Streit der Milliardärinnen" in der "Bild"-Zeitung.

    28. September: Projekt vor dem Aus.

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