Den griechischen Wäldern droht der Kahlschlag
Weil Heizöl zu teuer ist, rücken viele Griechen selber mit der Axt aus.

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ATHEN. Viele Griechen blicken besorgt dem Winter entgegen. Wegen der Krise werden Hunderttausende Familien in der kalten Jahreszeit kein Geld für Heizöl haben. Manche ziehen deshalb jetzt mit Axt und Säge in die Wälder, um sich Brennholz zu besorgen. Den griechischen Wäldern droht ein Kahlschlag.
Bereits im vergangenen Winter blieben in zahllosen griechischen Wohnungen die Heizkörper kalt. Wegen massiv erhöhter Mineralölsteuern hatte sich der Heizölpreis gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. In vielen Mietshäusern beschlossen deshalb die Bewohner, keinen Brennstoff mehr zu bestellen. Jetzt droht ein weiterer Preisschub: Glücklich kann sich schätzen, wer einen Kamin hat, wie es ihn in Griechenland nicht nur auf dem Land in den meisten Häusern, sondern auch in vielen Stadtwohnungen gibt.
Die Brennholzhändler erwarten deshalb eine Hochkonjunktur. Bereits im Vorjahr stieg die Nachfrage um 50 Prozent. Doch nicht alles Holz, das sich jetzt in den Lagern der Händler stapelt, wurde legal geschlagen. Giorgos Amorgianiotis, der für die Forstwirtschaft zuständige Generalsekretär im griechischen Umweltministerium, lässt durch in Stichproben die Herkunft des Brennholzes in den Lagern prüfen. Wenn die Händler keine entsprechenden Papiere vorweisen können, drohen Strafverfahren. Es ist ein offenes Geheimnis, dass nicht nur manche Händler sondern auch Privatleute in den Wäldern unerlaubt Holz schlagen. Im mittelgriechischen Kreis Larissa wurden heuer bereits 110 "Holz-Wilderer" gestellt, im benachbarten Kreis Karditsa fassten die Förster 33 Personen, die ohne Genehmigung Bäume fällten.
Mehrere hundert Tonnen illegal geschlagenes Holz wurden sichergestellt. Ökologisch ist das besonders bedenklich, weil im Sommer eine Serie großer Brände die Wälder dezimiert hat: rund 50.000 Hektar Wald- und Buschland gingen in Flammen auf.











