Jugend in der Schuldenfalle
Bereits jeder dritte Lehrling hat seine eigenen Erfahrungen mit Inkassobüros, Mahnungen oder gar dem Exekutor gemacht. Kredite gibt es zwar nur selten - schuldenfrei ist Österreichs Jugend deshalb aber noch nicht.

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"Eigenes Geld verdienen und von Papas Brieftasche unabhängig sein." Wenn's darum geht, die Vorteile einer Lehre aufzuzählen, greifen die heimischen Jugendlichen stets gerne auf die Argumentation der finanziellen Unabhängigkeit zurück. Doch nicht immer geht dieser Plan auf. Allein im Vorjahr wandten sich mehr als 1400 Unter-20-Jährige wegen finanzieller Ausweglosigkeit an die Schuldnerberatungsstellen, geht aus dem Schuldenreport 2012 hervor. Als "Einstiegsdroge" erweisen sich laut Schuldnerberatung immer wieder Handy, Moped, Auto und fehlendes Gespür fürs Geldausgeben.
"Klar ist, dass die zahlreichen Verlockungen im Konsumalltag im Extremfall den Einstieg in die Verschuldung mit sich bringen", warnt Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel. Diese Gefahr zeigt sich auch laut aktueller AK-Studie zum Umgang heimischer Lehrlinge mit dem ersten selbst verdienten Geld. Demnach geben zwar 44 Prozent der Befragten an, dass sie ihr Geld sehr genau einteilen, zwei Drittel können sogar regelmäßig ein paar Euro auf die Seite legen - etwa als Notgroschen oder als Ansparung für Führerschein, Auto oder Motorrad.
Doch auf der anderen Seite hat laut Umfrage bereits jeder dritte Lehrling seine eigenen Erfahrungen mit Inkassobüros, Mahnungen oder gar dem Exekutor gemacht. Zwar haben "nur" sechs Prozent der befragten Berufsschüler einen Kredit laufen, schuldenfrei sind die Jugendlichen deshalb aber noch nicht. So geben 36 Prozent jener Befragten, die bei ihrem Konto über einen Überziehungsrahmen verfügen, an, dass sie häufig ins Minus rutschen.
"Geschäfte offenlegen"
Tumpel mahnt in diesem Zusammenhang auch die "gesellschaftliche Verantwortung" von Banken und Unternehmen ein und fordert, dass diese künftig transparentere Jugendangebote schaffen und "ihre Geschäfte mit Jugendlichen offen darlegen" müssen. Denn eines zeigte die Umfrage noch: Nur 14 Prozent der Jugendlichen wusste über die Konditionen beim eigenen Bankkonto Bescheid.










