Dutroux-Komplizin arbeitet angeblich schwarz
Das Klarissenkloster im belgischen Malonne, das Marc Dutroux' Ex-Frau und Komplizin Michelle Martin Unterkunft gewährt, wird der Schwarzarbeit verdächtigt. Wie belgische Medien berichteten, bekommen die Schwestern in Kürze Besuch von der Justiz; es liege der Verdacht nahe, dass sie Martin schwarz beschäftigten und diese dadurch nicht zu Entschädigungszahlungen gezwungen werden kann.
Martin soll Medienberichten zufolge als Gegenleistung für Unterkunft und Logis 20 Stunden pro Woche im Kloster "freiwillig" im Garten arbeiten, bügeln oder Lebensmittelpakete für Bedürftige packen. Die Schwestern betonten, diese Arbeit falle unter die Privatsphäre. Die Inspektoren möchten den Berichten zufolge dagegen prüfen, inwieweit Martins Arbeit mit einer bezahlten Tätigkeit zu vergleichen sei. Dann müsse die Arbeit angemeldet werden; zudem müssten die Schwestern ein Gehalt sowie Sozialabgaben zahlen.
Die Vereinbarung zwischen den Schwestern und Martin hatte den Zorn von Opferangehörigen hervorgerufen. Dadurch könnten die Bedingungen des Strafgerichtshofs, dass Martin die Opfer und deren Angehörige finanziell zu entschädigen habe, nicht erfüllt werden. Angehörige und Opfer haben nach eigenen Angaben bis heute kein Geld von Martin erhalten.
Das Berufungsgericht in Brüssel hatte Ende August entschieden, Martin auf Bewährung und unter Auflagen nach 16 statt nach 30 Jahren Haft vorzeitig zu entlassen. Seitdem wohnt sie in dem Klarissenkloster bei Namur, auch weil für Martin offenbar kein anderer Zufluchtsort gefunden worden ist. Die Schwestern hatten ihre Bereitschaft zur Aufnahme Martins erklärt.
Im August 1996 war Martin gemeinsam mit dem Kinderschänder Dutroux verhaftet und 2004 zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil gegen sie erging, weil sie zwei junge Mädchen in einem Kellerversteck verhungern ließ. Dutroux wurde wegen der Entführung von sechs Mädchen und wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Fall hatte Belgien wegen der Grausamkeit von Dutroux und seinen Mittätern zutiefst erschüttert. Zudem wurden schwere Missstände in Polizei und Justiz aufgedeckt.










