Kritik an "Koroška"-Aufschrift auf Zehn-Euro-Sondermünze
Schüler (10) gewann Zeichenwettbewerb der Münze Österreich. Weil auf der Münze "Kärnten/Koroška" draufsteht, ist Harald Dobernig (FPK) empört.

Foto © Reuters/Leonhard Foeger (Symbolbild)
Steinböcke und Berge, ein See mit Schiffen und Fischen, in der Mitte der Lindwurm und über allem lacht die Kärntner Sonne. Diese Motive verpackte der zehnjährige Philip Ogris aus St. Margareten im Rosental in seine Zeichnung, mit der er einen kärntenweiten Wettbewerb der Münze Österreich gewann.
Ab Mittwoch kann man mit einer neuen 10-Euro-Kärnten-Münze zahlen. Im Umlauf sind nicht nur 130.000 Kupfermünzen, sondern auch 70.000 Sammlerstücke aus Silber. Auf der anderen Seite prangt Burg Landskron. Sie symbolisiert die Falknerei als immaterielles UNESCO-Kulturerbe.
Mehr als 1200 Schüler zwischen 9 und 12 Jahren waren aufgerufen, die schönsten Seiten Kärntens zu Papier zu bringen. Das Bild von Philip Ogris überzeugte die Jury - darunter übrigens Landesschulratspräsident Walter Ebner - am meisten.
"Ungeheuerlich"
Gestern jedoch meldete sich Landesrat Harald Dobernig zu Wort, dem die neue Münze nicht gefällt. Und zwar, weil darauf "Kärnten/Koro?ka" zu lesen ist. Diese Zweisprachigkeit sei laut Dobernig "ungeheuerlich": "Es wird der Eindruck erweckt, dass ganz Kärnten zweisprachig ist." Empört verlangt der FPK-Politiker, die Sondermünze "nicht in Verkehr zu bringen". Ins Visier nimmt Dobernig die Nationalbank, "die ihr Tochterunternehmen besser kontrollieren muss".
Voll Sorge reagieren die Eltern von Philip Ogris auf die Entwicklung. Sie wollen ihren Sohn unbedingt aus der politischen Schusslinie halten. "Philip ist die Zeichnung einfach gut gelungen. Wir sind so stolz auf ihn", sagt Karin Ogris. Sie und ihr Mann haben - ohne selbst Slowenisch zu sprechen - Philip in der Volksschule für den Slowenisch-Unterricht angemeldet: "Einfach weil Zweisprachigkeit den Horizont erweitert." Diese Anmeldung will sie genauso wenig wie die Zeichnung als politisches Statement verstanden wissen. Wie übrigens auch Andrea Lang von der Münze Österreich: "Wir wollten niemanden in Kärnten kränken."
Features
Fakten
Die Münze Österreich hat eine zehnteilige 10-Euro-Serie konzipiert. Die Grundlage bilden Schulwettbewerbe in allen Bundesländern. Die Wettbewerbe werden vom Unterrichtsministerium und den Landesschulräten getragen.
Die erste Münze der Reihe kam im April in der Steiermark auf den Markt. Mittwoch folgt die Kärnten-Münze. 2016 wählt Oberösterreich als neuntes Bundesland eine Münze aus Kinderhand. Den Abschluss bildet eine Österreich-Münze.











