Red Bull-Flugtag oder ein kurzer Traum vom Fliegen
Es fliegt, es fliegt, es fliegt ein Griller, ein Pinguin, ein Ei oder ein King-Kong-Hochhaus: 100.000 Zuseher kamen am Sonntag an die Neue Donau, um die ungewöhnlichen Flugobjekte zu bestaunen.

Foto © Red BullSiegesflug: Das Team "Back to the Future" flog auf den ersten Platz
Großer Andrang beim 8. Red Bull Flugtag in Wien: Laut dem Veranstalter sind am Sonntag rund 100.000 Zuseher an die Neue Donau gekommen, um ungewöhnliche Fluggeräte beim Wasserlanden zu beobachten. Gewonnen hat das Team "Back to the Future" aus Wilfersdorf (NÖ). Sie ließen einen Nachbau des berühmten Autos aus dem Film "Zurück in die Zukunft" - das auf dem DeLorean DMC-12 basierte - in die Brigittenauer Bucht segeln. Die Jury schätzte den originellen Auftritt und vergab hohe Punkte, was letztendlich zum Sieg reichte. Die Tageshöchstweite erzielten jedoch andere. Das Team "Niederthalheimer Himmelsstürmer" aus Oberösterreich flog 35,9 Meter. Dem gültigen Flugtag-Rekord, der in Deutschland aufgestellt wurde, kamen sie damit aber nicht nahe: Er liegt bei 69,79 Meter.
Der Großteil der am Sonntag im Einsatz befindlichen Geräte waren nicht sonderlich lange in der Luft. Die skurrilen Geräte und ihre Piloten landeten meist relativ rasch im rund 17 Grand kühlen Wasser der Neuen Donau. Was mitunter chaotisch aussah, folgte jedoch strengen Regeln. Denn nicht alles ist erlaubt.
Strenge Regeln
Die Starterlaubnis wurde nur Konstruktionen erteilt, die nicht mehr als zehn Meter Spannweite haben. Motoren oder Antriebe anderer Art sind tabu. Beim Bau durften nur umweltfreundliche Materialien verwendet werden. Das Maximalgewicht des Fluggeräts ohne Pilot ist auf 120 Kilo begrenzt. Die Verwendung von tragenden Metallteilen ist aus diesem Grund sowie aus Sicherheitsgründen untersagt. Das Fluggerät musste so gebaut werden, dass nach der Landung keine Teile untergehen können. Schon am Vortag wurde geprüft, ob das Fluggerät den Teilnahmebedingungen entspricht.
Der Start erfolgte von einer sechs Meter hohen Plattform. Eine Crew bestand aus einem Piloten und maximal vier Helfern, wobei eine Teilnahme erst ab einem Mindestalter von 16 Jahren möglich ist. Das Fluggerät selbst muss bereits fertig zusammengebaut auf die Startbahn kommen. Für die unmittelbare Flugvorbereitung und Vorstellung der Teilnehmer standen jedem Team maximal 30 Sekunden auf der Plattform zur Verfügung. Für den Flug selbst bestand Helm- und Schwimmwestenpflicht.
Fliegendes King-Kong-Haus
Lediglich der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die am Sonntag präsentierten Fluggeräte hatten mitunter Ähnlichkeiten mit Flugzeugen, wie etwa ein Nachbau des historischen Avis-Aeroplanes, mitunter aber gar nicht. Es flog, es flog: Ein Griller, ein Pinguin, ein Ei, das King-Kong-Hochhaus, eine Lok, ein Zurück-in-die-Zukunft-Auto, eine Banane, ein aus Plastikflaschen gebasteltes Objekt oder ein Wikingerboot.
Wobei fliegen sehr relativ ist: Meist ging es nur in eine Richtung, nämlich nach unten - gelegentlich sogar mit einer Saltoeinlage. Zweistellige Weiten waren die Ausnahme. Der Sprung von der Plattform ist dabei nicht völlig ungefährlich: Einige Piloten erlitten bei der Landung Platzwunden. Hilfe war jedoch stets zur Stelle, die abgestürzten Kapitäne wurden bei Bedarf von der Feuerwehr aus dem Wasser gefischt.












