Polizei-Razzien wegen Schnapsverkaufs
20 Menschen haben Spirituosen mit gepanschtem Alkohol in Tschechien bereits das Leben gekostet, mehrere Opfer erblindeten. Aber trotz Verbots wird der Schnaps weiterhin verkauft - über 19.000 Bars wurden am Wochenende kontrolliert.

Foto © APAEinkauf verboten: Bereits 20 Menschen starben
Gepanschter Alkohol kostet in Tschechien immer mehr Menschen das Leben. Aber, wenngleich die Regierung den Verkauf hochprozentiger Getränke mittlerweile verboten hat, halten sich nicht alle an diese Vorsichtsmaßnahme. Landesweite wurden daher Razzien angeordnet. Am Wochenende kontrollierten Beamte mehr als 19.000 Bars, Restaurants und Geschäfte. Mit dem Tod eines 63-jährigen Mannes im besonders betroffenen Nordosten ist die Zahl der Opfer auf 20 gestiegen.
An 14 Verkaufsstellen seien größere Mengen verdächtigen Alkohols beschlagnahmt worden, sagte der tschechische Polizeichef Tomas Hulan. 13 Verdächtige seien festgenommen worden. Der Verdacht, organisierte Banden könnten hinter dem gepanschten Alkohol stecken, bestätigte sich bisher aber nicht, sagte der Vizechef der Polizei, Vaclav Kucera, der Tageszeitung "Lidove Noviny".
40 Konsumenten der gepanschten Spirituosen sind noch in Krankenhäusern in Behandlung. Mehrere Opfer erblindeten, andere mussten ins künstliche Koma versetzt werden.
123.000 Euro Strafe
Der Verkauf von Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 Prozent ist in Tschechien bis auf Weiteres verboten. Laden- und Restaurantbesitzern, die gegen das Verkaufsverbot verstoßen, drohen Geldbußen von bis zu 123.000 Euro.
Auch Polen verbot den Verkauf hochprozentigen Alkohols aus Tschechien im Groß- und Einzelhandel. Nur Wein und Bier aus dem Nachbarland dürfen zunächst weiter angeboten werden. Die Tschechen trinken weltweit nicht nur das meiste Bier pro Kopf. Sie liegen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) beim Alkoholkonsum pro Kopf nach dem südosteuropäischen Moldau auf Platz zwei











