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Zuletzt aktualisiert: 13.09.2012 um 20:03 UhrKommentare

So nah war der Papst noch nie an einem Krieg

Benedikt XVI. besucht ab heute den Libanon. In dessen Nachbarland Syrien tobt ein blutiger Bürgerkrieg. Der Papst wird versuchen, in der nahöstlichen Krisenregion Frieden zu vermitteln.

Libanesische Christen und Moslems feierten im Vorfeld des Papstbesuches gemeinsam ein Fest

Foto © APALibanesische Christen und Moslems feierten im Vorfeld des Papstbesuches gemeinsam ein Fest

Papst Benedikt XVI. reist heute zum zweiten Mal in seinem Pontifikat in den Nahen Osten, diesmal aber nur in den Libanon. Vom Bürgerkrieg in Syrien, dem Nachbarland der Libanesen, überschattet, gilt der Besuch des Oberhaupts der Katholiken aber nicht nur dem kleinen Land mit der christlichen Minderheit, sondern vielmehr der gesamten Krisenregion. Weil es schon Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten auch im Libanon gab, setzten manche ein Fragezeichen hinter die Reise des Pontifex. So nah ist ein Papst nicht oft an den Orten der Gewalt und des Blutvergießens.

Überschattet wird der hohe Besuch aus Rom jetzt auch von der aufgeflammten Gewalt in Libyen, Ägypten und anderen arabischen Ländern. Ausgelöst wurden die Unruhen offenkundig durch einen US-Videofilm, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird. Der Vatikan reagierte sofort - er verurteilte nicht nur eine "völlig inakzeptable Gewalt", sondern vor allem auch die "ungerechtfertigten Provokationen und Beleidigungen der Gefühle gläubiger Muslime". Der Heilige Stuhl fordert immer wieder Respekt für die Gläubigen aller Religionen.

"Nicht abfinden mit der Gewalt im Nahen Osten" - mit diesen Worten hat Benedikt kurz vor der Reise zum Dialog aufgefordert. Zwar wandte er sich vor allem an die internationale Gemeinschaft, die aktiv einen Prozess hin zu einem stabilen Frieden in der Region begleiten müsse. Benedikts Sprecher Federico Lombardi stellte dann jedoch klar, dass der Papst als Kirchenoberhaupt kommt, nicht als Politiker. So dürfte er politische Positionen etwa zum Bürgerkrieg im knapp 100 Kilometer entfernten Syrien oder auch zum "Arabischen Frühling" vermeiden. Ein Jesus-Wort ist Benedikts Reisemotto: "Ich gebe euch meinen Frieden."

Vor 15 Jahren kam Vorgänger Johannes Paul II. in das Land, das einen blutigen Bürgerkrieg hinter sich hatte. Karol Wojtyla reiste auch an, um den Christen im Libanon den Rücken zu stärken. Benedikt wiederum appellierte in diesen Monaten immer wieder, in Syrien nach einer friedlichen Lösung zu suchen. Das ist besonders wichtig in einem Land mit fast 20 Religionsgemeinschaften.


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