Korruptionsermittlungen an der Uni Klagenfurt
Gegen zwei Mitarbeiter der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt besteht Untreueverdacht. Ein pensionierter Abteilungsleiter soll Geld und Geschenke für Aufträge gefordert haben. Der Schaden soll über 50.000 Euro betragen.

Foto © KLZ/Helmuth Weichselbraun
Kamen Firmen an der Universität Klagenfurt nur zum Zug, wenn sie Geld zahlten? Diesem Verdacht geht die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft nach. "Wir prüfen den Vorwurf der Untreue", sagt deren Sprecher Erich Mayer.
Die Anzeige eines Uni-Mitarbeiters im Mai brachte den Fall ins Rollen. So soll das Geschäft abgelaufen sein: Aufträge - etwa Handwerkerarbeiten - sollen missbräuchlich, gegen Leistung einer sogenannten verdeckten Provision (Kick-back-Zahlung) von sieben Prozent der jeweiligen Auftragssumme, vergeben worden sein. Neben Bargeld sollen auch Sachleistungen für die Aufträge "geflossen" sein. Wie hoch der Schaden ist und wie viel die beiden Verdächtigen kassiert haben sollen, kann noch nicht abgeschätzt werden. "Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Schaden mehr als 50.000 Euro beträgt", sagt Mayer. Dafür spricht auch der lange mutmaßliche Tatzeitraum von 2004 bis Ende 2011.
Ermittlungsende nicht in Sicht
Im Zentrum der Ermittlungen des Bundesamtes zur Korruptionsprävention und -bekämpfung stehen drei Personen: ein - seit Ende des Vorjahres - pensionierter Abteilungsleiter an der Universität, eine Mitarbeiterin, die ihn unterstützt haben soll sowie ein Unternehmer, der die beiden angestiftet haben soll. Es hat bereits Hausdurchsuchungen und Zeugeneinvernahmen gegeben. Ein Ende der Ermittlungen ist laut Mayer noch nicht in Sicht.
Herta Stockbauer, Vorsitzende des Unirates, sagte zum ORF, "dass eine Sonderprüfung durch ein externes Wirtschaftsprüfungsunternehmen an der Uni Klagenfurt eingeleitet" worden ist. Aus verfahrenstechnischen Gründen können keine inhaltlichen Stellungnahmen abgegeben werden, so Stockbauer.
Für alle Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.










