"Waldmensch" vor Richter
Die Lebensgefährtin des 27-jährigen Islamisten hat mit ihrem Baby Kärnten bereits verlassen. Er selbst sitzt nach wie vor in Slowenien in Haft.

Foto © KKWegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt muss sich der Islamist in Slowenien vor Gericht verantworten
Gabriel David K. wird nicht nach Österreich ausgeliefert - noch nicht. "Der Mann ist nach wie vor in Slowenien in Haft", sagt Helmut Jamnig, Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt. Gespräche über die Auslieferung des Deutschen laufen. "Gegen den Mann gibt es einen europäischen Haftbefehl. Derzeit wird geklärt, ob gegen ihn in Slowenien ein Strafverfahren eingeleitet wird", sagt Jamnig. Slowenische Medien berichten, dass dem Mann wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt der Prozess gemacht wird. Der 27-jährige Deutsche war am 30. Juli nach einer aufsehenerregenden Flucht nahe des slowenischen Ortes Velenje gefasst worden. Bei seiner Verhaftung attackierte er Polizisten mit einem Messer. Zuvor lebten K. und seine Lebensgefährtin monatelang in Wäldern.
Als die beiden am 23. Juli am Lamprechtsberg in der Gemeinde Lavamünd entdeckt worden sind, flüchtete der Mann nach Slowenien. Die Frau und ihr gemeinsames Baby wurden in ein Frauenhaus gebracht. Das Kind hatte die Deutsche im April in einem Wald in der Steiermark zur Welt gebracht. Die beiden wurden fast einen Monat lang betreut. "Der Frau und ihrem Kind geht es gut. Inzwischen sind sie aber nach Deutschland gefahren. Da gegen sie nichts vorliegt, bekam sie von der Staatsanwaltschaft die Erlaubnis zur Ausreise und ist mit ihrem Kind wieder bei ihren Eltern", sagt die Frauenhaus-Leiterin.
Wie es mit ihrem Lebensgefährten weitergegangen ist, habe sie während ihres Aufenthaltes im Frauenhaus nicht gewusst. "Die Frau hat vorbildlich und mit viel Liebe auf ihr Kind geschaut und sie ist auch glücklich über den Ausstieg, weil sie gemerkt hat, dass es mit dem Baby so nicht geht. Sie ist dankbar, dass wir ihr die ersten Schritte zurück in die Zivilisation ermöglicht haben und sie hat uns, seit sie wieder in Deutschland ist, auch eine Karte geschrieben und sich bei uns herzlich bedankt", sagt die Frauenhaus-Leiterin. Sie steht mit der jungen Frau, die sie als "hübsch, intelligent und gepflegt" beschreibt, im E-Mail-Kontakt. Das Kind sei gesund und habe "überhaupt keine Berührungsängste" gehabt.











