Hilfsgelder für Kinder wurden unterschlagen
Das Kinderhilfsprojekt "Tesfaye" steht im Verdacht, Spenden veruntreut zu haben. Der Obmann des Vereins soll mehr als 30 000 Euro veruntreut haben. Auch Moderatorin Claudia Stöckl soll in den Fall verstrickt sein.

Foto © APAÖ3-Moderatorin Claudia Stöckl
Spenden ist eine Sache des Vertrauens. Schwer erschüttert wurde jetzt das Vertrauen der Spender in das Äthiopien-Kinderhilfsprojekt Tesfaye. Bekannte Aushängeschilder wie Claudia Stöckl, Moderatorin der Ö3-Sendung "Frühstück bei mir", oder Schwimmer Markus Rogan engagieren sich für den Verein. Wie nun bekannt wurde, soll ein Ex-Obmann (46) von Tesfaye tief in die Kasse gegriffen und mehr als 30.000 Euro veruntreut haben. Der Verein ist Träger des Spendengütesiegels. Man sei an einer lückenlosen Aufklärung interessiert, so der Vereinsvorstand.
Die Veruntreuungen sollen im Mai 2012 begonnen haben, der Obmann soll das Geld auf seine Privatkonten umgeleitet haben. Als der Verein Hinweise darauf erhielt, wurde sofort Anzeige erstattet, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der konkrete Vorwurf: Statt 26 Euro, die pro Monat von gespendeten 27 Euro an das Patenkind gehen sollten, kamen "News" zufolge über eine bestimmte Zeit "nur 16 Euro an". Der 46-Jährige weist sämtliche Vorwürfe zurück.
Geld soll auch an Stöckls Schwester Suzy, eine Fotografin geflossen sein. Da geht es um Bilder von äthiopischen Patenkindern. Die Fotos wurden bei einer Ausstellung verkauft, die Einnahmen sollten den Kindern zugutekommen. "Tesfaye" kooperierte dabei mit dem Verein "Zuki" (Zukunft für Kinder), dessen Obfrau Claudia Stöckl ist. Die Ö3-Moderatorin schrieb laut "News" ein E-Mail an den Ex-Obmann des Vereins "Tesfaye", wonach sich ihre Schwester "sehr über einen kleinen Anteil am Bildverkauf freuen würde".
In einer Stellungnahme auf der Homepage des Vereins "Zuki" schreibt Stöckl: "Suzy Stöckl hat alle Fotos kostenlos gemacht und zwei Wochen in den Slums von Addis Abeba und Kalkutta unter schwierigsten Bedingungen fotografiert, um die Kinder in beiden Projekten zu unterstützen." Nur Flug und Hotel seien vergütet worden: 6800 Euro. Die Ausstellung brachte 61.450 Euro.










