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Zuletzt aktualisiert: 29.08.2012 um 19:59 UhrKommentare

Von Anfang an volles Programm

Am ersten Tag Kennenlernen, am zweiten Gottesdienst, am dritten geht es los: Diese Praxis lehnt der Landesschulrat ab und fordert Schulen auf, möglichst ab dem ersten Tag voll zu unterrichten.

In der zweiten Septemberwoche geht die Schule los. Möglichst schnell soll es diesmal sein.

Foto © APAIn der zweiten Septemberwoche geht die Schule los. Möglichst schnell soll es diesmal sein.

Am ersten Schultag eine Stunde Kennenlernen, am zweiten Gottesdienst, am dritten geht es langsam los. An vielen Schulen ist ein solches Programm in der ersten Woche seit vielen Jahren gelebte Praxis. Doch damit soll jetzt Schluss sein, wie die Kleine Zeitung berichtete. Der Landesschulrat wird noch vor Schulbeginn über die Bezirksschulinspektoren an die Schulen die Aufforderung richten, spätestens ab dem zweiten Tag vier Stunden Unterricht in den Volksschulen und fünf in den Hauptschulen zu halten.

Die Aufregung darum versteht Landesschulratspräsident Wolfgang Erlitz nicht. "Die Behörde kommt damit der Aufsichtspflicht nach", sagt er, und fügt hinzu: "Die Lehrervertretung tut der Lehrerschaft nichts Gutes, wenn sie sich darüber beklagt, dass Lehrer ab dem ersten Schultag voll arbeiten müssen. Für die meisten steht das ja gar nicht infrage."

Anlass für die Aufforderung waren Beschwerden von Eltern vor Schulschluss gewesen. In der letzten Schulwoche finde oft nur noch verkürzter Unterricht statt, so die Klagen (siehe Interview rechts). Auch vor Schulschluss gab es bereits die Anweisung, die Unterrichtzeit einzuhalten.

Für den Schulbeginn habe man entschieden, dass erst ab dem zweiten Tag die volle Unterrichtszeit abgehalten werden muss, es den Schulen am ersten Tag hingegen freisteht. Der Grund, so Sprecher Michael Samec: "Die Direktoren können die Eltern in den Ferien nicht mehr informieren." Wie hart ab nächstem Jahr durchgegriffen wird, soll bei der Bezirksschulinspektoren-Konferenz am Dienstag diskutiert werden.

Zuteilung der Lehrer

Doch auch die Zuteilung der Lehrer an die Schulen ist am ersten Schultag oft noch nicht abgeschlossen. Warum das so lange dauert? Als großes Problem sieht man das im Landesschulrat nicht, räumt aber Einzelfälle ein. Die Zuteilung sei zwar vor Schulschluss abgeschlossen. Es komme dennoch vor, dass ein Lehrer erst am ersten Tag erfahre, wo er hinkommt. Das sei jedoch kein Hindernis für die Schule, Unterricht abzuhalten, betont Samec.

In den Ferien hingegen werden keine Konferenzen oder Ähnliches abgehalten. Lehrer sind dienstbeurlaubt und können nur in dringenden Fällen in die Schule beordert werden. Etwa, wenn an einer höheren Schule am ersten Montag nach den Ferien eine Wiederholungsprüfung stattfindet.


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