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Zuletzt aktualisiert: 29.08.2012 um 11:35 UhrKommentare

Wiener Chemiker entwickelten Anti-Krebs-Wirkstoff

Foto © APA

Ein Krebswirkstoff aus Österreich soll bösartige Tumore in Schach halten: Der Wirkstoff NKP-1339 - ein kleines, an Transferrin bindendes Molekül - wurde von Bernhard Keppler, Dekan der Fakultät für Chemie der Universität Wien, im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit der Medizinischen Universität Wien entwickelt.

Vor kurzem wurde eine erste klinische Studie (Phase I) mit einigen Patienten abgeschlossen, hieß am Mittwoch in einer Aussendung der Universität Wien. Keppler, auch Leiter der Forschungsplattform "Translational Cancer Therapy Research" an der Universität Wien, beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Entwicklung von Tumortherapeutika. Vor kurzen wurden die ersten klinischen Studien (Phase I) an PatientInnen mit metastasierten festen Tumoren abgeschlossen. Das mögliche neue Medikament zeigte Hinweise auf eine krebshemmende Wirkung und war gut verträglich.

Bis zu einer etwaigen Zulassung müssen aber noch klinische Studien der Phase II (Dosisfindung) und der Phase III (Wirksamkeit bei einer großen Anzahl von Patienten im Vergleich zu Placebo oder einer bisherigen Standardtherapie, Anm.) durchgeführt werden.

In die Zelle eingeschleust NKP-1339 ist das erste Krebsmittel auf Rutheniumbasis. Ruthenium gehört zu den Übergangsmetallen, das Element wurde ehemals in Platinerzen entdeckt. Der Wirkstoff wird über das Protein Transferrin - und zum Teil auch über Albumin - in die Tumorzelle eingeschleust. Im Tumor wird es aktiviert und bringt über den sogenannten "mitochondrialen pathway" die Tumorzelle zum programmierten Zelltod (Apoptose). Parallel dazu wird das Protein GBR78 gehemmt, welches für die Korrektur missgestalteter Proteine und somit für die Resistenz zahlreicher Tumorarten verantwortlich ist.

"Durch diesen Prozess reichern sich Abfallprodukte in der Tumorzelle an, die letztlich auch den Zelltod der Tumorzelle bewirken", erklärte Keppler, der den Wirkstoff in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Walter Berger am Institut für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien entwickelt hat.

Quelle: APA

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