60.000 Menschen in Louisiana müssen ihre Häuser räumen
160 Kilometer nördlich von New Orleans droht ein Damm, der durch "Isaac" schwer beschädigt wurde, zu brechen. 60.000 Menschen müssen wegen Überschwemmungsgefahr ihre Häuser räumen.

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Nach dem Hurrikan "Issac" müssen im US-Bundesstaat Louisiana 60.000 Menschen wegen Überschwemmungsgefahr ihre Häuser räumen. Ein Damm sei durch den Wirbelsturm schwer beschädigt worden und drohe zu brechen, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Betroffen sind Bewohner der Siedlungen entlang des Flusses Tangipahoa zwischen den Ortschaften Kentwood und Robert. Die Gegend liegt rund 160 Kilometer nördlich von New Orleans. Auch im Bundesstaat Mississippi wurden Tausende Menschen wegen drohender Überflutungen evakuiert.
In New Orleans begannen inzwischen die Aufräumarbeiten. Allerdings blieben in Louisiana und Mississippi weiter mehr als 730.000 Menschen ohne Strom. "Isaac" schwächte sich über Nacht weiter ab und wurde als Tropensturm eingestuft. Nördlich der Küste wurden die Regenfronten von "Isaac" sogar eher freudig erwartet: Große Teile der USA leiden an einer schweren Dürre, der sich verheerend auf die Ernte auswirkt
Landkreis-Vorsteher Billy Nungesser sagte, in seinem Gebiet seien die Schäden zum Teil schlimmer als nach dem verheerenden Hurrikan "Katrina" 2005. Als Beispiel nannte er sein eigenes Haus: "Ein Teil meines Dachs fehlt. Die Rückwand hat sich verschoben, und das Wasser läuft durch die Ziegelsteine ins Haus." Rund 4000 Menschen in Louisiana wurden in hochwassertauglichen Lastwagen der Nationalgarde in Notunterkünfte gebracht, darunter im Rollstuhl sitzende Bewohner von Seniorenheimen.
Der 61-jährige Claude Jones verbrachte schon zwei Nächte in einer zur Notunterkunft umfunktionierten Turnhalle in Belle Chasse im Landkreis Plaquemines. Er floh aus seinem Wohnmobil und sorgt sich nun um seine Familie. "Mein Cousin ist noch dort, und sie sagen, sie könnten ihn nicht retten, weil das Wetter so schlecht ist." Sharon Sylvia berichtete, sie habe eine Nacht lang auf ihrem Dach gewartet, bis Hilfe kam.
716.000 Menschen ohne Strom
Nach Angaben des US-Energieministeriums fiel in mehr als 716.000 Haushalten in Florida, Alabama, Mississippi und Louisiana der Strom aus, nachdem Windböen mehrere Leitungen gekappt und Hochspannungsmasten umgeworfen hatten. Allein in Louisiana saßen 683.000 Menschen im Dunkeln. Die Verantwortlichen erklärten, vermutlich könnten die Leitungen erst am Freitag repariert werden, wenn der Wind nachlasse. Die Erdölförderung im Golf von Mexiko wurde wegen des Sturms um fast 95 Prozent gedrosselt.
Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums könnte "Isaac" am Donnerstagabend weiter zu einem tropischen Tief heruntergestuft werden. Freitag früh sollte der Sturm den Vorhersagen zufolge den Süden des Bundesstaats Arkansas erreichen.
Trotz geringerer Windstärken warnte das Hurrikanzentrum vor weiteren lebensbedrohlichen Sturmfluten und Überschwemmungen. Die Bewohner wurden angewiesen, zunächst noch in ihren Häusern zu bleiben. Bis Freitag sei mit weiteren schweren Regenfällen zu rechnen, da sich "Isaac" nur sehr langsam fortbewege. In New Orleans galt in der Nacht auf Donnerstag eine Ausgangssperre.
Das Pionierkorps der US-Armee erklärte, die Deiche rund um New Orleans würden dem Wasser standhalten. Die Dämme mit einer Gesamtlänge von 560 Kilometern sowie 78 Pumpstationen waren nach dem verheerenden Hurrikan "Katrina" im Jahr 2005 angelegt worden. "Katrina" hatte die Südstaaten-Metropole vor sieben Jahren schwer getroffen. Die Stadt versank in den Fluten, in der Region kamen mehr als 1.800 Menschen ums Leben.












