Breivik-Urteil: Angehörige der Opfer wirken zufrieden
Die Angehörigen der Opfer von Massenmörder Anders Behring Breivik haben gefasst auf den Richterspruch reagiert.

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Im Osloer Gerichtssaal war es sehr still. Sie wirkten mitgenommen, aber zufrieden. Als Richter Arne Lyng eine Passage verlas, in der die Schicksale von Breiviks Opfern im Osloer Regierungsviertel geschildert wurden, stützten sich die Angehörigen gegenseitig. Einige weinten.
Für die Entscheidung über die Zurechnungsfähigkeit seien Breiviks Äußerungen zum angeblichen Tempelritter-Orden wichtig gewesen, sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen. Nachforschungen der Polizei hätten ergeben, dass die Organisation wahrscheinlich nicht existiere. Daraufhin habe Breivik seine Aussagen dazu während des Verhörs angepasst und die Darstellung aus seinem Manifest als "pompös" oder übertrieben bezeichnet.
Breiviks extreme Einstellung zu Einwanderern werde von vielen Menschen geteilt, bemerkte die Richterin. In seinem Schlusswort am 22. Juni plädierte Breivik auf Freispruch wegen "Notwehr", da er mit seinen "präventiven Angriffen" das norwegische Volk, dessen Kultur und Land vor einer Islamisierung habe bewahren wollen.
Anwälte von Opfern des norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik haben sich zufrieden mit dem Urteil gezeigt. "Dass Breivik für zurechnungsfähig erklärt wurde, ermöglicht den Familien, mit dem Geschehenen abzuschließen", sagte der Anwalt Frode Elgesem am Freitag im norwegischen Fernsehen. "Es wird sicher verschiedene Meinungen geben, aber wir haben hier höchstwahrscheinlich ein Urteil, mit dem viele Trauernde und Überlebende leben können."
Das Osloer Amtsgericht habe eine "mutige und unabhängige Entscheidung getroffen", sagte Mette Yvonne Larsen, eine weitere Opfer-Anwältin. Ein Gericht in Oslo verurteilte Breivik am Freitag zur Höchststrafe von 21 Jahren und Sicherungsverwahrung.










