Neue Taktik für die Krokodilsuche in der Drau
Zwei Kinder wollen am Mittwoch am Drau-Ufer in Sachsenburg ein Krokodil gesehen haben. Eine große Suchaktion brachte keinen Erfolg, nun will man das Tier anders finden.

Foto © Rie-Press
Weiter Aufregung um die Krokodil-Sichtung von zwei Kindern in Oberkärnten: Ein Mitglied der Einsatzkräfte hat am Freitag ein Foto gemacht, von dem man annahm, dass es das Krokodil zeigen könnte. Reptilien-Expertin Helga Happ, die bereits am gestrigen Donnerstag die Suchaktion unterstützt hatte, wurde zu Rat gezogen. Das vermeintliche Krokodil auf dem Bild stellte sich als Holzstück heraus. Nun wird die Taktik geändert.
Während am Donnerstag mit Booten, Hubschraubern und unzähligen Einsatzkräften nach dem Reptil gesucht wurde, will man das Krokodil jetzt zur Ruhe kommen lassen. Die Suche wurde eingestellt, Nachtkameras werden aufgebaut und tote Hühner an Seilen ins Wasser gehängt. Damit soll das Krokodil aus seinem Versteck gelockt werden. Der Bereich bleibt gesperrt.
Kinder haben Krokodil gesehen
Seit Donnerstag herrscht im ansonsten beschaulichen Sachsenburg im Bezirk Spittal helle Aufregung. Die elfjährigen Schüler Chiara Isepp und Marcel Penker haben nämlich beim Baden in der Drau ein Krokodil gesehen, das ihre Schuhe zerbiss und dann wegschwamm. "Ich habe den Kindern sofort geglaubt, weil ich in ihren Gesichtern gesehen habe, wie verängstigt sie waren", sagt Mutter Kerstin Isepp. "Ich habe anfangs gedacht, es handelt sich um einen kleinen Alligator, aber als sie erzählten, dass das Tier eineinhalb bis zwei Meter lang ist, bin ich zur Polizei gegangen." Gemeinsam mit den Beamten ging man dann zum "Tatort". "Dort gab es im Ufersand deutlich sichtbare Spuren von den Füßen und dem Schwanz des Krokodils", sagt die Mutter.
Donnerstag Vormittag ließ Bezirkshauptmann Klaus Brandner das Gebiet sperren. Betroffen ist ein Stück der Drau, für das FPK-Chef Kurt Scheuch die Fischereirechte besitzt. Reptilienexpertin Helga Happ wurde verständigt. Sie sah sich vor Ort die Bissspuren an und verglich sie mit mitgebrachten Krokodilzähnen. Danach stand für die Expertin fest, dass es das Krokodil tatsächlich gibt. "Es handelt sich bei dem Tier entweder um ein Afrikanisches Stumpf- oder ein junges Nilkrokodil", sagt Happ. "Es muss hungrig gewesen sein, weil es sich im Schuh verbissen hat." Für das Krokodil ist die Drau laut Happ derzeit ein idealer Lebensraum. "Hier gibt es viele Sandbänke, wo sich das Reptil in die Sonne legen kann." Dass es am Nachmittag nicht gefunden wurde, liegt laut Experten daran, dass das Tier vermutlich durch den Lärm so verschreckt wurde, dass es sich irgendwo versteckte.
Happ geht davon aus, dass das Tier illegal gehalten wurde: "Entweder wurde es ausgesetzt, weil es zu groß geworden ist oder der Besitzer wollte mit ihm schwimmen gehen und es ist ihm ausgebüxt." Wie auch immer: Heute wird weiter nach dem Krokodil in der Drau gesucht.
Hier wurde das Tier gesehen
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Haltung verboten
In Kärnten ist laut Sicherheitspolizeigesetz die Haltung von gefährlichen Tieren verboten. Dazu zählen u. a. alle Giftschlangen oder Riesenschlangen, die länger als drei Meter sind. Das gleiche gilt auch für Wien, nicht aber für die übrigen Bundesländer. Dort ist die Haltung bewilligungspflichtig. 2011 wurden laut Helga Happ in Kärnten u. a. 143 Wasserschildkröten gefunden, zwei Tigerpythons, 13 Königspythons, drei Boa Constrictors und jede Menge Nattern und Leguane.
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Das Tier soll in diesen Schuh gebissen habenFoto © APA/Polizei














