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Zuletzt aktualisiert: 18.08.2012 um 13:22 UhrKommentare

Großer Aufholbedarf bei Datenlage zu Kindermedizin

Foto © APA

Die Datenlage, was die Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich angeht, ist schlecht. Bis zu 90 Prozent der bei Kindern verwendeten Arzneimittel sind dafür eigentlich nicht zugelassen. Es fehlt für verschiedene Therapien (Logopädie, Ergotherapie etc.) an einem Register der Behandler und an einer kostenlosen Finanzierung, wie im Rahmen der Alpbacher Gesundheitsgespräche kritisiert wurde.

Österreich habe auf verschiedenen Gebieten deutlichen Aufholbedarf, erklärten Experten. Zu den am Samstag im Arbeitskreis "Medizinische Versorgung im Kindes- und Jugendalter" formulierten Forderungen gehört auch, dass der Mutter-Kind-Pass bis ins Schulalter ausgeweitet werden sollte.

Für die Planung und die Finanzierung der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen fehlt offenbar in weiten Bereichen die Datenbasis. Andrea Fleischmann, stellvertretende Leiterin der Abteilung für Vertragspartnerverrechnung und Verhandlung der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK): "Man müsste erheben, welcher Bedarf besteht. Es gibt keinerlei Studien. Aus den erbrachten Leistungen Rückschlüsse zu ziehen, ist nicht möglich."

Es sei evident, dass es in einigen Bereichen - fachlich oder regional - Versorgunglücken gäbe. Dazu auch Gabriele Jaksch, Präsidentin des Dachverbandes der gehobenen medizin-technischen Dienste Österreichs (MTD-Austria): "In Niederösterreich im Gebiet Neunkirchen müssen Kinder auf eine Logopädie-Therapie zwei Jahre warten."

Ein Problem: Während das österreichische Gesundheitswesen von jedem Arzt weiß, wo er tätig ist, besteht für die verschiedenen Therapeuten keine Registrierungspflicht. Damit wird jede Bedarfserhebung bzw. Bedarfsplanung unmöglich. Fleischmann: "Wir brauchen aber für die Therapeuten auch eine 'Kinderqualifikation' und Praxisgemeinschaften." Weiters müssten die Abgrenzungen in der Finanzierung - z.B. durch Krankenkassen bzw. Jugendwohlfahrt - besser und einfacher geregelt werden. Und schließlich geht es um das Geld. Die Expertin: "Für den Bereich Kindergesundheit sollten Mittel bereitgestellt werden, die zweckgebunden sind." Wenn man aber den Krankenkassen ständig einen harten Sparkurs verordne, sei es eben schwierig, die Finanzierung sicherzustellen.

Quelle: APA

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